„Think before you share!“

Lehramtsstudierende der Georg-August-Universität führen Projekttag an einer  Göttinger Schule zum Thema Fake News durch.

 

Am Mittwoch, den 20.06. besuchten vier Studierende unterschiedlicher Fächerkombinationen unter Betreuung von Torben Mau, Projektkoordinator #DigitaleBildung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in Göttingen, das Felix-Klein-Gymnasium im Süden der Stadt. Ziel war es dabei, im Rahmen eines sechs Schulstunden umfassenden Projektes mit Schülerinnen und Schülern des neunten Jahrgangs das Thema Fake News systematisch zu erschließen. Die Studierenden absolvierten damit den Praxisbaustein des Zertifikatprogrammes Lehramt PLuS #DigitaleBildung, das seit einem Jahr an der Universität angeboten wird.

Zunächst sollte der medial stark polarisierende Begriff definiert werden. Verschiedene enge oder weite Definitionen haben die Lernenden kennengelernt und zum Teil selbst erschlossen. Das Kreieren einer eigenen Checkliste zur Analyse von Meldungen, Bildern oder Videos war der Kern des darauffolgenden zweiten Blockes. Natürlich kamen auch hier, ähnlich wie im ersten Teil, die Praxisübungen und Anwendungen nie zu kurz! Im abschließenden Block differenzierten die einzelnen Lerngruppen das weite Themenfeld Falschnachrichten aus: Während eine Gruppe sich speziell mit dem Phänomen Hate Speech und der wirksamen Gegenmaßnahme Counter Narrative sowie weiteren Möglichkeiten des aktiven Handelns dagegen vertiefend beschäftigt hat, arbeiteten andere Gruppen über Beispiele eines bekannten Fake News-Politikers die Gefahren für Politik und Gesellschaft heraus.

Wichtig war den Studierenden dabei der Praxisbezug. Die Studentin Mareike Röhricht konstatiert: „Es war uns bei der Planung des Projekttages wichtig, die Schülerinnen und Schüler nicht mit Theorie zu überfrachten. Sie sollten die einzelnen Schritte der Analyse von Medien vor allem selbst aktiv erarbeiten und einüben und die Relevanz eines solchen reflektierten Verhaltens verstehen.“ Der Student Nils Quentel ergänzt: „Deshalb haben wir die Schülerinnen und Schüler mit manipulierten Bildern und aktuellen Falschmeldungen konfrontiert, um ihr wachsames Auge zu schulen.“

Die Rahmenbedingungen waren besonders: Der Abiturjahrgang des FKG hat den Schultag mit ihrem Abistreich eingeleitet und dadurch einige infrastrukturelle Verzögerungen ausgelöst, die aber allesamt von den Studierenden und ihren Lerngruppen bewältigt wurden. Projektkoordinator Torben Mau zeigt sich zufrieden: „Schule ist auch Improvisation. Nach der anfänglichen Überraschung haben die Studierenden und auch die Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs erfolgreiche Projektarbeit betreiben können.“

Das Projektteam blickt auch insgesamt zufrieden auf den vergangenen Projekttag zurück. Es hofft, die Schülerinnen und Schüler im Großen und Ganzen für das Thema Fake News im Alltag sensibilisiert zu haben. Dass nicht „alle Journalisten“ werden, wie es Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen am 20.02. in der ZEIT fordert, ist dabei nicht schlimm. Vielmehr hoffen die Studierenden, dass in Zukunft beim Teilen einer aufregenden Meldung in den Sozialen Medien zweimal überlegt wird, ob es sich nicht vielleicht um eine Falschnachricht handelt. Das Handwerkzeug, um dies zu überprüfen haben die SuS nun erlernt.

 

 

Kontaktadresse: (z.B. bei Rückfragen zum Projekt)

Torben Mau (Projektkoordinator #DigitaleBildung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung)

Georg-August-Universität Göttingen – Zentrale Einrichtung für Lehrerbildung

Waldweg 26, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39- 21455

E-Mail: torben.mau@zentr.uni-goettingen.de, Internet: www.uni-goettingen.de/lehramt-digitalebildung

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