Startschuss für die AG Digitale Bildung

Theorie trifft Praxis: Was muss ein Online-Portal zur digitalen Bildung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung eigentlich leisten? Darüber haben Vertreter aus der Praxis beim Auftakttreffen der AG Digitale Bildung in der Zentralen Einrichtung für Lehrerbildung (ZELB) der Universität Göttingen jetzt diskutiert.

Projektkoordinator Torben Mau begrüßte Praktiker aus Universität und Schule sowie Studierende, um in einen ersten Austausch zu treten und Ideen für das geplante Online-Portal „Digitale Bildung“ zu gewinnen. Im Zentrum des Treffens stand daher die Frage, wie denn eigentlich ein solches Portal gestaltet werden müsse. Die Idee hinter dem Göttinger Projekt ist die Sichtbarkeit und Sichtbarmachung digitaler Bildung in der Region. Über das Portal sollen sich Akteure in Südniedersachsen vernetzen und es soll aufgezeigt werden, was digitale Bildung ganz konkret bedeutet – sowohl für Forschung, Lehre, Studium und Schulpraxis.

Praktische Tipps für den Unterricht

In wechselnden Kleingruppen definierten die Teilnehmenden die Zielgruppen des Projektes, nämlich Lehramtsstudierende, Lehrkräfte, WebseitenentwicklerInnen und Dozierende. Sie sollen, so die Idee, auf und mit dem Portal arbeiten. Aus Sicht der Studierenden könnte das heißen: Die Webseite sollte praktische Beispiele liefern, wie digitale Medien im Unterricht eingesetzt werden können, sie sollte aufzeigen, welche Lehrveranstaltungen die Universität Göttingen in diesem Bereich bietet. Und sie kann ein Forum bieten, in dem auch ethische bzw. datenschutzrelevante Fragen – etwa Big Data – angesprochen werden.

Aus Sicht der Lehrkräfte könnte ein Vorteil der Nutzung darin liegen, dass das Portal als eine Art Tauschbörse funktioniert, die Akteure in der Region vernetzt. Das heißt: Angenommen eine Lehrkraft sucht für ihr Fach digitale Unterstützung (z.B. Tablets im Matheunterricht). Über die Plattform könnte ein „Matching“ stattfinden mit Lehrern, die ebenfalls mit Tablets arbeiten – so ermöglicht das Portal schnellen Austausch und Unterstützung.

Angedacht: Ein analoger Stammtisch zur digitalen Welt

Auch weitere Themen wurden angerissen: Soll das ganze Projekt Unterrichtsmaterialien liefern und wenn ja: in welcher Form? Möglich wäre es, kleine „Häppchen“ als Anregung für ein eigenes Unterrichtskonzept online zu stellen oder gleich ganze, detailliert ausgearbeitete Konzepte? Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob es eine Art Qualitätsmanagement gibt? Ist es etwa möglich, das bereit gestellte Material zu kommentieren und so in einen weiteren Austausch zu treten? Angedacht war auch, die Online-Welt mit der analogen zu vereinen: Rund um die Plattform könnte sich eine Art Stammtisch gründen.

Übersicht: Wer macht was in der Region?

Eine dritte wichtige Gruppe, die das Portal ansprechen soll, sind die Dozierenden aus Forschung und Lehre. Sie wünschen sich einen Überblick, was in der Region passiert: Was machen andere Schulen und Bildungsträger im Bereich der digitalen Bildung? Welche Vernetzungsmöglichkeiten und Ansprechpartner gibt es? Auch eine Art Stellenbörse wurde angesprochen, in der Praktiker sich mit ihren „Skills“ zur Verfügung stellen könnten. Auch eine Einbindung in die Göttinger Universitätslehrplattform Stud.IP wurde als sinnvoll erachtet. Was darüber hinaus – für alle Gruppen – als wichtig angesehen wurde, waren Punkte wie Übersichtlichkeit und Aktualität.

Für den technischen Background des Projekts sind Webseitenentwickler zuständig. Hier stellt sich vorab die Frage, welche Nutzergruppen eigentlich angesprochen werden sollen. Wo bewegen sich die Nutzer, was nutzen sie und was nicht? Daraus ergeben sich auch wieder Konsequenzen für den Aufbau einer Homepage. Darin schließt sich die Frage an, welches Layout genutzt werden soll und ob es grundsätzlich sinnvoll ist, alles „neu“ zu machen oder auf bestehende Systeme der Universität aufzubauen? Auch die Nutzerführung ist entscheidend, denn hier geht es um die Frage, wie stark User geleitet werden sollen.

Die Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich am Ende der Auftaktveranstaltung für eine weitere Sitzung im Sommersemester aus. Dazu sollen auch Praktiker, die bereits Erfahrung mit dem Aufbau von Online-Portalen haben, eingeladen werden.  

 

Ergebnisse: Wie muss ein Online-Portal “Digitale Bildung” aus Sicht von … gestalten sein?

  • Plakat 1: Lehrkräften
  • Plakat 2: Lehramtsstudierenden
  • Plakat 3: Dozierenden in der Lehrerbildung
  • Plakat 4: WebseitenentwicklerInnen

Auftakt-Treffen der AG Digitale Bildung: Was muss das Portal leisten aus Sicht von Lehrkräften?

Auftakt-Treffen der AG Digitale Bildung: Was muss das Portal leisten aus Sicht von Lehramtsstudierenden?

Auftakt-Treffen der AG Digitale Bildung: Was muss das Portal leisten aus Sicht von Dozierenden?

Auftakt-Treffen der AG Digitale Bildung: Was muss das Portal leisten aus Sicht von WebseitenentwicklerInnen?

 

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