Archiv für Juli 2009


Wohoo!

28. Juli 2009 - 13:25 Uhr

Yeehaaaw, letzte Prüfung (sehr zufriedenstellend 🙂 ) hinter mich gebracht! Endlich wieder frei! Jetzt „nur noch“ Bachelorarbeit beenden und dann ist Urlaub!

Da ich aber grad viel zu unmotiviert bin, um damit wieder anzufangen, mach ich für heut erstmal Feierabend 🙂

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Kurz luftholen, gleich gehts weiter…

26. Juli 2009 - 13:23 Uhr

Das Bachelorstudium nähert sich bedrohlich dem Ende… Nach ein paar Wochen, geprägt von wenig Schlaf und viel (viel, viel viel!!) Kaffee, habe ich gestern dann meine letzte Klausur im Bachelorstudiengang hinter mich gebracht (ja, an einem Samstag! Teilchenphysiker… 😉 ) und meine Bachelorarbeit zumindest zur Hälfte fertig. Wenn gestern nicht allzuviel schief gegangen ist, hab ich damit alles zusammen und brauche „nur noch“ meine Bachelorarbeit abgeben. Die wiederum ist in meinem Kopf zwar größtenteils fertig, will aber noch zu Ende aufgeschrieben werden… Diese Woche erwartet mich noch eine mündliche Prüfung in einem Fach, was ich für den Bachelor eigentlich gar nicht mehr brauche, und die letzten Messungen an meinen Proben. Und viel Zeit am PC, um meine Ergebnisse in LaTex schön zu verpacken und zu formulieren… Deprimierend bei dem schönen Wetter, aber danach kommen dann die ersten Semesterferien, die diesen Namen auch verdient haben – ohne Blockkurse, Klausurvorbereitung und anderen Ferienvernichtern! Bis dahin ist das schöne Wetter zwar sicherlich wieder verschwunden, aber wer sagt denn, dass man in Deutschand bleiben muss?! 😀

Nach den Ferien gehts dann ab Oktober (hoffentlich!) im Masterstudiengang weiter. In den kommenden Wochen darf ich meine Bewerbung um einen Masterplatz einreichen. Diese werden nach Notendurchschnitt und „Motivationsschreiben“ vergeben, und wenn nicht ein riesiger Strom auswärtiger 1.0-Schnitt-Studis unbedingt nach Gö will, dürfte das hoffentlich auch für alle klappen. Einige aus unserem Semester verlassen uns ja eh – um eine Weile im Ausland zu studieren oder an einer anderen Uni weiterzumachen… Warten wir mal ab, wie viele neue „Ersties“ wir dann sein werden. Ich wiederum mach mich jetzt mal wieder dran, fertig zu werden. Umso eher ich abgebe, umso eher ist Urlaub!

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Spannende Erkenntnis: Faradayscher Fensterdreck… oder so

17. Juli 2009 - 21:31 Uhr

Nachdem ich nun seit Wochen Probleme mit dem Goemobile-Empfang hatte und die Verbindung nicht stabil genug war, um irgendwas aufzurufen, bevor wieder die IP Flöten ging, endlich eine Entdeckung: Hängt man die WLan-Antenne aus dem Fenster, so gehts! Und ich hab erstmal all meine Hardware verdächtigt und ausgeschlossen, tz… Wieso mein Fenster innerhalb des letzten Monats plötzlich stark wellenundurchlässiger oder reflektiver geworden ist, ist mir allerdings schleierhaft. Muss wohl eine stark absorbierende Dreckschicht dran sein…

Verschwörungstheoretiker könne es freuen zu hören, dass seit den WLan-Problemen die Häufigkeit der KabelDeutschland-„wollen sie nicht Kabel-DSL?“-Besuche stark angestiegen ist. Zusammenhang?

Jetzt muss ich mir nur noch ausdenken, wie man WLan in die Wohnung reinbekommt, ohne dass das Fenster die ganze Zeit „Tag der offenen Tür“ für die Mücken veranstaltet…

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Die Qual der Wahl

17. Juli 2009 - 09:09 Uhr

Als Bachelorstudent im 4. Semester kommt so langsam aber sicher eine interessante Entscheidung auf einen zu: Wo mache ich meine Bachelorarbeit?
Man hat im Bachelorstudium die Möglichkeit, sich auf einen der vier forschungsorientierten Schwerpunkte (Kern-&Teilchenphysik, Festkörper-&Materialphysik, Astro-&Geophysik oder Biophysik&komplexe Systeme)  oder einen der zwei berufsvorbereitenden Schwerpunkte (Physikinformatik oder Nanostrukturphysik) festzulegen. Pflicht ist hier gar nichts, man kann sich auch auf „die allgemeine Physik“ spezialisieren. So oder so muss man aber eine Bachelorarbeit schreiben, will man einen Schwerpunkt, dann auch in einem entsprechendem Institut. Aber wo? Wie sucht man das aus?

Eine gute Entscheidungshilfe sind sicher die „Einführung in die…“-Veranstaltungen, die für jeden Schwerpunkt angeboten werden. Da bekommt man einen groben Überblick über die Themen und Inhalte, die für das jeweilige Gebiet von Bedeutung sind. Hiervon sind zwei Pflicht, man kann sich aber auch einfach alle 4 anhören (interessant für jene, die keinen Schwerpunkt wollen, allgemeiner gehts kaum).

Es bietet sich in dieser Situation auch an, sich gerade jetzt mal genauer zu überlegen, wos hingehen soll, und sich ein paar Institute auszusuchen, deren Arbeit einen interessiert. Denn dann hat man die Möglichkeit, seine 5 F-Praktikumsversuche, die man im 5. Semester absolvieren muss, in diesen Instituten zu wählen. Diese bieten einem die Möglichkeit, Einsicht in die Institute zu bekommen und einen Eindruck von der Arbeit dieser zu bekommen. Das F-Praktikum, anders als das A-Praktikum, wird innerhalb eines Semesters abgeschlossen. Innerhalb dieses Semesters führt man 5 Versuche, im Schnitt alle zwei Wochen einen, über je meist mehr als einen Vormittag durch und darf diese dann auch auswerten. Dabei fällt die Auswertung bei vielen der Versuche deutlich länger aus als im A-Praktikum. Aber man bekommt einen recht guten Eindruck in die üblichen Arbeitsweisen der Arbeitsgruppen, bei denen man die Versuche macht.

Wenn man im Laufe des 5. Semesters ein Gebiet findet, welches einen interessiert, ist es am sinnvollsten, das entsprechende Institut einfach zu besuchen. Dann hat man Gelegenheit, all die Fragen zu stellen, die einem vorschweben, und auch die Leute ein wenig besser kennenlernen.  (Wenn jemand Fragen zur Kernphysik/nuklearen Festkörperphysik oder allgemein zum II. Institut hat, kommt ruhig bei mir vorbei: D01.127) Sinnvoll ist es in jedem Fall, nicht nur mit den „Mächtigen“ der Institute zu sprechen, sondern auch einmal die Studenten anzusprechen, die da meist irgendwo rumrennen. Denn die sagen einem auch offen und ehrlich, was am Institut nicht gut ist und wissen genau, worauf es in der Situation ankommt.
Bei mir war das mit der Wahl recht schnell geschehn… Der Bereich Kern- und Teilchenphysik hat mich seit der Schule am meisten interessiert, also hab ich mir im F-Praktikum je einen Versuch dazu ausgesucht. Mein erster Versuch war dann auch gleich hier in der Arbeitsgruppe und noch während der Durchführung wurde uns in einer Messpause all das gezeigt, was man hier so anstellen kann. Und dann wollt ich auch schon bleiben, so schnell kanns gehn… Hab mir zwar noch andere Bereiche angeschaut und Studis gelöchert, bin aber im Endeffekt doch hiergeblieben.

Übrigens: Es steht jedem frei, im Bachelor und Master unterschiedliche Schwerpunkte zu machen! Nur die Einführung in die … des entsprechenden Bereichs, wo man mastern will, sollte man gehört haben. Einige Profs legen es ihren Studis sogar nahe, in unterschiedliche Bereiche reinzuschnuppern und im Bachelor erstmal etwas zu machen, was man evtl gar nicht unebdingt will.

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Exkursion (Teil II): Antiprotonen, Entschleuniger, tiefe Löcher und der Mikrokosmos

7. Juli 2009 - 21:58 Uhr

Tag 3

Montag, 7:00, Jugendherberge Genf. Viel zu frühes Frühstück mit viel „Vorzugsbutter“, aber zu wenig Kaffee. Half aber ja nix, denn um 8.00 war Abmarsch mit gepackten Koffern. Koffer im Bahnhof verstaut, weiter gings in dem Bus, auf dem die 4 großen Bustaben prangerten: CERN
Dort erwartete uns Michael Doser… hätte ich nun eigentlich geschrieben, aber der war spät dran. Also mussten wir ihn erwarten. Aber als er dann da war, hat er uns die Antimateriefabrik gezeigt. Hinter der Antimateriefabrik, von der Dan Brown wohl noch nie gehört hat, verbirgt sich ein Antiprotonen“entschleuniger“, der macht also Antiprotonen langsam. Außerdem werden sie dort noch mit Positronen, also Antielektronen, versehen, sodass wir das ganze, wie beim Kuchenbacken, zu Antiwasserstoff zusammenrühren können. So einfach is Teilchenphysik… fast 😉
Mit diesem Antiwasserstoff kann man dann viele interessante Experimente machen, von denen uns Michael natürlich vorgeschwärmt hat. Zum einen werden dort lebende Hamsterzellen in Gelatine gepackt und mit Antiprotonen beschossen, um eine neue Bestrahlungstherapie zu entwickeln. Außerdem plant Michael ein Experiment, in dem die Wirkung von Gravitation auf Antiwasserstoff untersucht werden soll. Während die uns bekannte Materie aufgrund des Gravitationspotentials nach unten beschleunigt wird (und der Apfel vom Baum runterfällt), was macht dann Antimaterie, fällt sie hoch? Solche und andere spannende Experimente, die ich aber mittlerweile wohl vergessen habe, macht man an der Antimateriefabrik. Zu sehen gabs da auch was, im Wesentlichen nämlich Metallrohre und Kabel. Wie das in Be/Entschleunigerhallen so ist.

Nach so viel Antimaterie gings dann erstmal in die CERN-Cafeteria. Die ist nicht nur viel, viel größer als das CaPhy, sondern auch voller lecker Auswahl und wirrer Physiker. Also noch wirrere Physiker als im CaPhy… naja, gut, vielleicht auch nicht. Jedenfalls gabs da Kaffee!

Gestärkt und wieder wach gings weiter zum ATLAS-Kontrollraum. ATLAS ist einer der großen Detektoren am LHC, an dem viele Göttinger Teilchenphysikmenschen mitrumwurschteln. Vor Ort hat uns ein netter Mann, dessen Namen wohl auch nicht hängengeblieben ist, ganz viel über ATLAS erzählt und uns den Blick in den Kontrollraum gezeigt. Hinter einer Glaswand hocken viele Physiker an noch mehr Monitoren und fühlen sich sicher gar nicht beobachtet, wenn dort 20 Studenten vor der Scheibe stehn und sich den Teilchenphysikerzoo ansehen. (Wer richtig rät, wieso die Monitore aus dem zweiten Bild aus sind, bekommt n Keks! Kommentare mit Spekulationen erwünscht 🙂 )

Da die Magneten im Tunnel, 100m unterm Kontrollraum des Detektors, leider eingeschaltet waren, konnten wir folglich nicht runter. Aber immerhin durften wir durch das große Loch schauen, durch welche die Detektorelemente in die Tiefe hinuntergelasen wurden, ein 100m tiefes Loch also. Dunkel, unten sieht man auch nur Rohre und Kabel, aber die Tiefe ist (vor allem für Menschen mit Höhenangst) trotzdem durchaus beeindruckend.

Viel mehr gabs dann leider auch nicht mehr zu sehen, also haben wir ein CERN-Cafeterien/Kantinen-Meal zu uns genommen, was mit der Mensa absolut nicht zu vergleichen ist. Weder qualitativ, noch preislich… hat wieder mal alles seine Vor- und Nachteile. Aber lecker wars, und die komischen Schweizer Franken musste man ja eh irgendwie loswerden.
Danach gings dann quasi im Laufschritt durch die Mikrokosmosausstellung. Das ist, wie der Name schon sagt, eine Ausstellung, in der viele interessante und vor allem auch echte (und gebrauchte) Exponate einem die Welt erklären, von Grund auf an. Mit schönen Visualisierungen und mit-mach-Lernspielen, die einem quasi alles erklären, was es in Richtung Teilchenphysik zu lernen gibt. Für normale Menschen zumindest.
Dafür hatten wir leider nur etwa ne halbe Stunde Zeit, dann wurde noch schnell der CERN-Souveniershop angeschaut (Lagrangedichte auf nem TShirt, das braucht der Geek von heute!) und zum Bus geflitzt, in den Zug gestiegen und ohne weitere Kühe auf den Gleisen der Weg nach Göttingen wieder aufgenommen.

Des war unser Ausflug ans CERN. Und weils so schön war, wollten alle springen vor Freude:


Weil wir aber ja nicht zum Spass da waren, gibts das ganze auch in ernst und vollzählig:

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