Archiv für April 2009


“Proton Beam Writing” aka. >Was ich da eigentlich so mache…<

28. April 2009 - 18:47 Uhr

So, lange versprochen, gibts heute mal den Bericht, was ich eigentlich grad so mache. Offiziell nennen wir es Bachelorarbeit. Da sucht man sich ein Institut und ein Thema aus und wurschtelt dadran rum. In meinem Fall, wie schon erwähnt, die Arbeitsgruppe Ion Beam Physics von unsrer Spektabilität Herrn Prof. Dr. Hofsäss.

Ich beschäftige mich mit dem Proton Beam Writing, zu deutsch Protonenstrahlschreiben. Hierfür arbeite ich mit dem großen Beschleuniger im Keller, dem Pelletron. Der steht hier, hinter der hübsch bunten Wand:

bunte Wand

bunte Wand

Aus diesem relativ kleinen Linearbeschleuniger kommen für mich Protonen mit mehreren MeV raus. Diese werden dann mit einem Umlenkmagneten in das Strahlrohr nach Wahl des “Experimentatoren” (so nennen die Techniker, die “Operatoren”, uns Physik-Pfuscher) geleitet. Mein Strahlrohr sieht so aus:

Mikrostrahlrohr

Mikrostrahlrohr

Es wurde in einer Diplomarbeit letztes Jahr aufgebaut und soll den Strahl so stark fokussieren, dass er nur noch mikrometergroß ist. Damit kann man dann nämlich winzig kleine Strukturen in Photoresiste malen, wenn man einen so kleinen Strahl hat. Und diese kann man dann besonders viel/wenig (licht)leitfähig machen, Stempel für Nanoimprinttechnologie bauen oder sinnfreie, aber hübsche, dreidimensionale Sachen herstellen. Und darum gehts bei mir, den bestehenden Mikrostrahl in Betrieb nehmen, verbessern und irgendwann dann auch fürs Proton Beam Writing benutzen.

Bisher bin ich leider noch nicht beim Benutzen angelangt, sondern kämpfe noch mit der Fokussierung. Immerhin hab ich mittlerweile die Protonen auch am Strahlende, in meiner Probenkammer, gemessen. Eigentlich hätten sie da auch zu sehen sein sollen, vielleicht kann ich sie dazu bei der nächsten Beamtime überreden.

Da ich aber leider immer einen Operator (wer jetzt an das hier denkt, ist genau verrückt wie ich) brauche, weil man mich alleine nicht an den tausend Rädchen und Knöpfchen drehen lassen will (gut, vielleicht beser so 😉 ), hab ich nur viel zu selten Beamtime. Und muss mir die restliche Zeit mit Papern und Probenpräparation (Siliciumwafer mit den Photoresisten bemalen) um die Ohren hauen. Wohin uns das ganze dann am Ende führen wird und was ich genau mit dem Strahl machen werde, wenn er so weit ist, erzähl ich euch dann!

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Willkommen im 6. Semester!

18. April 2009 - 09:01 Uhr

Mittlerweile ist das neue Semester angelaufen, also nun mein sechstes. Und da sieht der Tagesablauf doch einiges anders aus als früher!
Während in den früheren Semestern der Tag mit Vorlesungen, Übungen und Zettel rechnen gefüllt war, rücken diese im 6. Semester in den Hintergrund. Wenn man überhaupt noch Vorlesungen hören muss, dann meist nicht mehr viele (in meinem Fall eine). Aber es werden viele interessante Veranstaltungen angeboten, die sich mit dem Forschungsgebiet beschäftigen, an welchem man im Rahmen seiner Bachelorarbeit arbeitet. Die kann man sich dann auch noch anhören, damit der Stundenplan nicht so leer aussieht 😉
Da sind wir auch schon beim tagfüllenden Punkt: Die Bachelorarbeit. In meinem Fall heißt das, ich verbringe den Tag entweder im Büro mit dem Lesen von wissenschaftlichen Papern, die sich mit dem Proton Beam Writing (meinem Bachelorthema) beschäftigen. Oder ich renne in der Beschleunigerhalle rum, schraube am Aufbau, stecke Kabel um und messe irgendwas spannendes. Oder sitze im Büro am PC und simuliere, wie sich meine Teilchen bewegen.
Einmal die Woche trifft sich das ganze Institut, um sich im Rahmen eines Seminars tolle Neuigkeiten in den verschiedenen Forschungsgebieten der Arbeitsgruppen des Instituts anzuhören. Dafür kommen meist Gäste von irgendwo (heute beispielsweise aus Paris) und tragen dazu was vor, von dem man als Bachelor mehr oder weniger versteht. Alternativ kann man natürlich auch schlafen, wenns ganz hart kommt, dazu neigen nicht nur forschungsunerfahrende Bachelorstudenten 😉
Und am Anfang der Woche trifft man sich mit seiner Arbeitsgruppe. Das ist bei mir die Gruppe von Prof. Dr. Hans Christian Hofsäss, die sich unter dem Forschungsgebiet “Ion Beam Physics” beschäftigt. Bei diesem Gruppentreffen erzählen die wichtigen Leute, was es so neues gibt und was die Gruppe interessieren könnte. Und man unterhält sich locker über das, was man gerade tut.
So setzt sich das Studium im sechsen Semester zusammen. Das schöne an der Arbeit im Institut ist die Selbstständigkeit (und die Kaffeemaschine!). Man kann kommen und gehen, wann man will, und sich seine Arbeit selbst einteilen (gut, bei Arbeiten wie meiner muss man sich hin und wieder mit Technikern und Werkstattmenschen absprechen 😉 ). Und am Ende eines Tages fragt man sich trotzdem, was man denn nun den ganzen Tag getrieben hat, wenn mal wieder nicht alles so gut funktioniert hat wie man sichs wünscht. Aber das ist nun mal wissenschaftliches Arbeiten, sagte man mir!

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Beam-Time aka “Das lustige ProtonenSuchSpiel”

2. April 2009 - 18:45 Uhr

Heut war ein großer Tag. Denn heute haben wir zum ersten Mal den Beschleuniger angestellt und Protonen in Richtung meiner Probenkammer geschickt. Und unterwegs immer wieder geschaut, wo sie langfliegen. Die Bilanz nach einem Tag suchen: In der Mitte vom (etwa 7m langen) Rohr finden wir sie noch, danach verstecken sie sich… Wenn jemand meine Protonen findet, bitte melden!

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