Linux-Programme

~ # cat /etc/motd

Auf dieser Seite möchte ich einige gute und wichtige Unix-/Linux-Programme vorstellen.

abook – ein graphisches Adressbuch. Sieht schick aus, hat alles, was man braucht – und braucht nur eine Konsole. Läuft perfekt per ssh, ist ressourcenfreundlich und anwender- auch. Das tollste: Es lässt sich nahtlos in den mutt integrieren. Mit einem Tastendruck lassen sich E-Mail-Adressen suchen, markieren und einfügen. Gibt’s hier.

awk – Skriptsprache, um zeilenweise Text- oder Zahlen-Kolonnen zu bearbeiten. Super, um mal eben schnell komplizierte Berechnungen durchzuführen. Seien es die Messwerte vom Pohlschen Resonator, Log-Dateien vom Server oder die Maxima einer oszillierenden Funktion – mit AWK geht es. Wer braucht schon so hoch-grafische Programme wie OOCalc oder Dingsda?

mairix – tolle E-Mail-Datenbank: Es lassen sich in den verschiedenen Header-Einträgen (von, an, kopie, betreff, …) und im Nachrichtentext suchen, reguläre Ausdrücke, Negationen u.v.m.; auch Datumsbereiche sind möglich. Das Erstellen der Datenbank hat bei meinen 2.5 GB E-Mails unter 4 Minuten gedauert; das Suchen benötigt, na, weniger als hundert Millisekunden. Wunderbar! Drück mich hart.

multitalk – zweidimensionale Präsentationen.

mutt – Mail-Client. Sehr stark konfigurierbar, lässt sich per Tastatur-Makros automagisieren und macht einfach nur Spaß. S/Mime, GPG, Anhänge; eigenes Adressbuch, kann per Skript auf LDAP-Server zugreifen, abook lässt sich prima integrieren; als Standard-Schreiberling ist der vim voreingestellt. Knuddelknopf. Hier gibt’s meine .muttrc!

vim – Text-Editor. Und noch viel mehr. Wer mit dem Igittmäcs nicht klar kommt, wird ihn lieben. Nachdem mit der Geburt von Unix die Zeilen-Editoren wie der ed oder der ex die Bildschirme dominierten, war es 1976 Zeit für ein zweidimensionales Programm: Der vi (Abkürzung für “visual”) verwendet gleich den kompletten Bildschirm und zeigt den Text schon vor dem Bearbeiten an! Der vim, der VI iMproved, ist ein würdiger Nachfolger. Standard auf so ziemlich allen Unix ähnlichen Systemen, selbst auf dem Mac ist er dabei. Skripte, Tasten, Makros – alles, was ein Editor können sollte, kann er. Nicht mehr – denn nach der Unix-Philosophie sollte ein Programm immer nur das können, wofür es gedacht ist. Für andere Dinge gibt es dann andere Programme. Im Gegensatz zum Emacs kann der vim etwa nicht sortieren: Man markiert den Text (ja, “visual”, genau!), pipet ihn an sort, und erhält die sortierte Ausgabe zurück. Ganz groß: Beim Tippen einfach STRG+Y drücken, um den Text zeichenweise aus der darüberliegenden Zeile zu kopieren. Oder im Befehlsmodus einfach STRG+A, um eine Zahl zu erhöhen. Oder einfach c25| drücken, um von der aktuellen Cursorposition bis Spalte 25 in der aktuellen Zeile zu löschen. Oder einfach fr~tq drücken, um vom nächsten r bis zum Zeichen vor dem darauf folgenden q die Großschreibung umzukehren. Mit ctags lässt sich zudem eine Art Datenbank des aktuellen C-Programms erstellen; im vim einfach STRG+] drücken, um zur Definition einer Funktion zu gelangen. Oder STRG+X STRG+F, um Dateinamen zu vervollständigen. Oder einfach mal =+, um die aktuelle und die nächste Zeile korrekt einzurücken. Oder einfach mal das Handbuch lesen!

when – Kalender. Nicht allzu groß, aber ziemlich mächtig. Einfach die Termine in eine Datei schreiben und gut ist. Ein einfaches when aufm Prompt zeigt prompt die Termine seit gestern bis in zwei Wochen an. Kann man natürlich auch anders machen. Hier liegt der Käse!

snownews – RSS-Feed-Empfänger für die Konsole. Tolle Links-Integration möglich, hat aber Probleme mit Umlauten… Versuchs mal!

tpp – Präsentationen auf der Konsole! Während die einem sich bei LaTeX-Beamer die Finger wund tippen und andere mit ihrer Maus eklige Comic-Sans-Schriften in bunten Farben und mit Schlagschatten in ein Kraftpunktzentrum bannen, benutzen echte Unix-Fans die einzig wahre Benutzeroberfläche: Konsole, Terminal, wie immer ihr es nennt. Und mit tpp sind nun auch richtige Präsentationen möglich – sogar mit den ganzen nervigen Effekten, wo die Schrift mal hier, mal von da angeflogen kommt. Natürlich mit Shell-Escape! Hol’s Dir!

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