Kategorie: Buchrezension


Buchrezension – Jürgen Becker: So was lebt und Goethe musste sterben

4. Januar 2011 - 20:28 Uhr

Jürgen Becker, Dietmar Jacobs, Martin Stankowski: So was lebt und Goethe musste sterben — Der dritte Bildungsweg

Kiepenheuer & Witsch, 2009 (2. Auflage)
ISBN: 978-3-462-04166-8

Der Inhalt.
„Zuhause ist wegfahren am schönsten“, heißt das erste Kapitel des neuen Buches von Jürgen Becker (4711, Mitternachtsspitzen, Stunksitzung etc. pp.). Die Autoren nehmen den Leser mit auf eine Reise quer durch den Westen Deutschlands. An 17 Orten stellen sie die Sehenswürdigkeiten vor, die sonst wohl nie jemand suchen würde. Etwa die Klapp-Kirche St. Anna zu Augsburg: Je nach Konfession (kniend oder stehend) werden die Bänke umgeklappt. „Die Glaubensrichtung ist einstellbar“, „Mutter sitzt katholisch, Sohn evangelisch“, so zwei Bildzeilen.

Schön auch das Kapitel „Römer go home – über die Germanen“. Hier erfahren wir im Schnelldurchlauf noch einmal alles, was wir in der Schule gleich vergessen haben:

Die Germanen waren zersplittert in Bundesländer, wie wir das heute auch noch kennen: Schleswig-Holstein hat nichts mit Sachsen zu tun, und wenn man in Bayern die AOK-Rückenschule abgeschlossen hat, gilt das in Bremen als Abitur.

Auch die Speere der Germanen tauchen in unserer Zeit wieder auf, beim Nordic Walking. Zur Varus-Schlacht finden wir diese Zeilen:

Arminius war also eigentlich kein Held, sondern ein Typ, der die Seiten wechselte und null Prozent Steuern wollte. So eine Art Guido Westerwelle der Antike.

Aufbau der Kapitel.
Satire umrahmt Ausflug. Siebzehn Ziele, die man so nie besuchen würde. Dazu satirische Texte über verschiedene Themen (Religion, Geschichte, …)

Zur Sprache.
Herrlich, rheinisch, lustig.

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Buch-Rezension

1. November 2010 - 20:42 Uhr

Bald auch im Lehrportal zu finden…
Jetzt auch im Lehrportal zu finden!

Peter Smith:
An Introduction to Gödel’s Theorems

Cambridge University Press, 2007 (fourth printing 2009)
ISBN 978-0-521-67453-9 (paperback)
ISBN 978-0-521-85784-0 (hardback)

Der Inhalt.
35 Kapitel (plus ein „Looking Back“). Zunächst ein kurzer Überblick über das Buch, danach einleitende Kapitel, die in die verwendete Sprache einführen und grundlegende Begriffe definieren. Schon früh wird in Kapitel 5 der erste Incompleteness-Satz bewiesen. Später primitiv-rekursive Funktionen, Gödels Erster und Zweiter Satz, µ-rekursive Funktionen, Halteproblem, etc.

Viele Erläuterungen zu den Sätzen, ausführliche Beweise. Offiziell für Philosophen geschrieben; aber auch Physiker, die sich für Gödels Sätze und deren Implikationen interessieren, verständlich.

Aufbau der Kapitel.
Einführender Text, der die neuen Konzepte des Kapitels vorstellt und allgemeine Aussagen trifft. Diese werden dann in den folgenden Abschnitten durch Definitionen, Sätze mit Beweisen und Beispiele vervollständigt und illustriert.

Zur Sprache.
Gehobenes Englisch; Wörterbuch sinnvoll. Die mathematischen Ausdrücke sollten einen Physik-Studenten nicht abschrecken; die betonte Unterscheidung zwischen „informal mathmatics“ und „formal language“ (Logik) ist recht ungewöhnlich. Es gibt viele Hinweise, dass pedantische, vom Lesen mittlerweile sehr aufgebrachte Logiker einige Schreibweisen und Argumente so nicht akzeptieren. Sie mögen sich einschränkende Formulierungen dazu denken.

Was ich mag.
Dieses Buch bietet eine verständliche und ausführliche Einführung in die Unvollständigkeit axiomatischer Theorien. Die Beweise sind ausführlich; die Sätze und Erkenntnisse werden von lebhaften Texten umrahmt.

Was mir fehlt.
Es gibt nur wenig Bilder (erst weit hinten bei den Turing-Maschinen). Für die ersten Kapitel wären kleine Skizzen hilfreich, um die verschiedenen Begriffe besser auseinanderhalten zu können.

3 Kommentare » | Buchrezension, Mathematik

     

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