Buchrezension – Jürgen Becker: So was lebt und Goethe musste sterben

Jürgen Becker, Dietmar Jacobs, Martin Stankowski: So was lebt und Goethe musste sterben — Der dritte Bildungsweg

Kiepenheuer & Witsch, 2009 (2. Auflage)
ISBN: 978-3-462-04166-8

Der Inhalt.
“Zuhause ist wegfahren am schönsten”, heißt das erste Kapitel des neuen Buches von Jürgen Becker (4711, Mitternachtsspitzen, Stunksitzung etc. pp.). Die Autoren nehmen den Leser mit auf eine Reise quer durch den Westen Deutschlands. An 17 Orten stellen sie die Sehenswürdigkeiten vor, die sonst wohl nie jemand suchen würde. Etwa die Klapp-Kirche St. Anna zu Augsburg: Je nach Konfession (kniend oder stehend) werden die Bänke umgeklappt. “Die Glaubensrichtung ist einstellbar”, “Mutter sitzt katholisch, Sohn evangelisch”, so zwei Bildzeilen.

Schön auch das Kapitel “Römer go home – über die Germanen”. Hier erfahren wir im Schnelldurchlauf noch einmal alles, was wir in der Schule gleich vergessen haben:

Die Germanen waren zersplittert in Bundesländer, wie wir das heute auch noch kennen: Schleswig-Holstein hat nichts mit Sachsen zu tun, und wenn man in Bayern die AOK-Rückenschule abgeschlossen hat, gilt das in Bremen als Abitur.

Auch die Speere der Germanen tauchen in unserer Zeit wieder auf, beim Nordic Walking. Zur Varus-Schlacht finden wir diese Zeilen:

Arminius war also eigentlich kein Held, sondern ein Typ, der die Seiten wechselte und null Prozent Steuern wollte. So eine Art Guido Westerwelle der Antike.

Aufbau der Kapitel.
Satire umrahmt Ausflug. Siebzehn Ziele, die man so nie besuchen würde. Dazu satirische Texte über verschiedene Themen (Religion, Geschichte, …)

Zur Sprache.
Herrlich, rheinisch, lustig.

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