Archiv für Juli 2010


Avignon

24. Juli 2010 - 21:42 Uhr

Die Stadt der N+1/2 Brücken. Mit N in |N.

Am Experiment konnte sich heute DJ dscan, von einem Makro gesteuert, abmühen; ich bin über Lyon nach Avignon gezugfahren und habe mir ein wenig die Stadt und Landschaft angekuckt. Und natürlich die Brüc (sprich: „Brütz“):

Sur le pont d’Avignon, l’on y danse, l’on y danse…

Aber wer jetzt glaubt, die besungene und -tanzte Brücke führe von Ufer zu Ufer – schade, geirrt. Mitten in der Rhone ist Schluss. Nicht so viel Brücke, vermindert, weniger. Nur eine Brüc.

Der Rest ist 1660 bei einem Hochwasser abhanden gekommen.

Ganz hingegen ist der Päpstepalast. Davor steht ein Elefant auf seinem Rüssel (vermutlich Kunst). Daneben ist der Jardin d’Avignon. Keine Schrebergärtensiedlung, nein, mehr ein Park. Außen rum ne dicke Stadtmauer.

Und der TGV-Bahnhof? Nun, ein wenig Recherche im Vorraus, und ich hätte mich vermutlich für den Shuttle-Bus („navette“) entschieden, statt für 40 Minuten zu Fuß auf dem Radweg (insgesamt 1 Fahrrad gesehen). Zurück habe ich dann aber doch den Eurozwanzig investiert…

Was tut der gemeine Avignonner im Sommer so?

Nun, vermutlich Urlaub, ganz weit weg. Denn im Juli und August ist das große Festival: Theatristen, Gaukler, Schabernacker, bunte Gruppen, in komplizierten wie einfachen Kostümen, geschminkt oder vermasket – an jeder Straßenecke und dazwischen wird eine Aktion feilgeboten.

Um möglichst viele Besucher für sich zu gewinnen, wird einem alle paar Meter von einem Nicht-Faltblatt-Verteiler in die Arme gelaufen; zudem hängen an *jedem* Zaun aberdutzende Plakate. Viele hängen windschief an Schnüren von oben herunter.

/* interne Notiz, auf gar keinen Fall veröffentlichen: schreib ich hier noch mehr? */

Ernst und Spaß, Klamauk und Komödie – ganz Avignon ist eine große Bühne.

Zur Landschaft:

Avignon liegt in der Provence. /* hier ein paar Fakten aus der Wikipedia abschreiben */

/* ach quark, die Leute konnen einfach hier klicken… */

Die Vegetation ist deutlich anders, auch die Farben, welche in der Natur vorkommen.

Da ich jetzt keine gescheite Kamera dabeihatte, hier mal eine skizzenhafte Aufnahme mit meinem Telefon; eine vernünftige Qualität muss ich beizeiten dann nachliefern, versprochen!

Avignon

Avignon

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Wer misst misst Mist!

24. Juli 2010 - 21:07 Uhr

Diese Woche bin ich ganz experimentalistisch. Also eigentlich Kathrin, meine grenobloise Büronachbarin, aber ich helfe. Dabei, einen Multilayer in den Strahl zu halten.

Also, halten tut ein Halter; denn wenn der Strahl an ist, dürfen natürlich keine Personen in der Nähe sein. Deshalb gibt es an der ESRF sogenannte Experimental Hutches, zu deutsch einfach „Hütten“ genannt. Quasi riesige Blei-Hütten mit einer tonnenschweren Stahl-Tür. Drin dann Dutzende Motoren, Stative, Traversen – und irgendwo eine Probe, meist winzig klein.

Unser Multilayer ist immerhin vier Zentimeter breit, über zehn lang und ein paar hundert Nanometer dick.

Er steht in der Optics Hutch der ID06, in einem kleinen Alu-Kästchen, direkt an das Strahlrohr angeschlossen. Daher müssen eine Turbo- und eine Ionen-Pumpe auch ständig 10hoch-6 Millibar Vakuumgas hineinpumpen.

Wir untersuchen, was der „weiße Strahl“ mit unserem schönen Spiegel anrichtet. Weiß bedeutet: der volle Undulator-Strahl. Alle Energien bis über 100 Kiloelektronenvolt, Fantastilliarden von Photonen pro Sekunde.

Das heizt das kleine Multiläerchen natürlich auf; dagegen kämpft die Wasserkühlung an. Hinter einem dicken Strahl-Stopper messen wir dann die reflektierte Intensität.

Live während der Strahlzeit gnugeplottet ist der folgende Graf Graph.

Dort sehen wir in blau die Temperatur (linke y-Achse) des Multilayers, in grün die des Kühlwassers (unten: rein, oben: raus), gegen die Zeit (untere x-Achse) aufgetragen. Die einzelnen Reihen sind bei verschiedenen Primärschlitzen (obere x-Achse) entstanden. Je größer der Schlitz-Spalt, umso mehr Intensität fällt auf den Multilayer, umso stärker heizt er sich auf.

graf whitebam

graf whitebam

Okay; und die rechte y-Achse? Diese zeigt, mit den roten Kreisen, die gemessene reflektierte Intensität.

Man sieht deutlich: verdoppelt man den Spalt, verdoppelt sich die Intensität (erste zwei Punkte). Aber danach stagniert sie; mehr Photonen gehen rein, aber weniger kommen hinten raus.

Heute Abend wird der Multilayer gewechselt, bis Montag messen wir einen zweiten. Und dann fahre ich für eine Woche nach Göttingen.

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Kalte Materie

18. Juli 2010 - 13:37 Uhr

Unsere Freunde, die Teilches und Sternis, sind auf der Suche nach Dunkler Materie und Dunkler Energie. Denn das, was wir bislang sehen können, erklärt satte fünf Prozent der Gravitation.

Vor wenigen Tagen haben Wissenschaftler in Grenoble eine neue Form bislang unentdeckter Materie entdeckt: Kalte Materie. Diese entsteht in etwa 1000 Metern Höhe und fließt langsam das Chartreuse-Gebirge hinab.

Gleich an der Grenze zwischen St. Martin le Vinoux und Grenoble versickert die Kalte Materie wieder im Erdreich – doch kühlt die Umgebungstemperatur spürbar ab. Auch bei Lufttemperaturen von 41 Grad Celsius und mehr geben die vielen kleinen Wasserfällchen plätscherndes Rauschen und Abkühlung.

Ein Forschungsantrag über zwei Millionen Euro und Verhandlungen mit lokalen Glacerien läuft, um weitere Kalte Materie zu suchen, zu entdecken und ihren physikalischen Einfluss auf die Physiognomie der Wissenschaftler systematisch zu untersuchen.

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le soleil, der Sonne

17. Juli 2010 - 22:50 Uhr

Die Tage werden wieder kürzer. Vor zwei Wochen noch ging die Sonne um 8 Uhr auf, mittlerweile lukt unser Nächst-Stern erst gegen 8.15 Uhr über die Berge.

Heute morgen konnte ich doch einen Sonnenaufgang bereits um 7 Uhr betrachten:

Leichter Dunst über Grenoble, Nebel hüllte die entfernteren Berge in ein Negligee aus Weiß. Dann das erste Orange und Rot, welches die Häuser oben erfasst und langsam an ihnen herunter zieht. Kurz, bevor der Bus, auf einer Isere-Brücke stehend, seine Fahrt fortsetzt, spiegeln sich die ersten Sonnenstrahlen [1] in eben diesem Fluss.

Guten Morgen, Grenoble!

[1] Strahlen, ja, ahem; natürlich könnten wir hier im Sinne Maxwells auf die Wellenoptik zurückgreifen, gar Dirac oder Feynmann bemühen, und Quanten- oder -feldtheorie anstrengen. Doch die Erfahrung zeigt: Ungefiltert ist Sonnenstrahlung geometrisch gut erklärbar.

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gobby – endlich mit undo

11. Juli 2010 - 08:59 Uhr

Gobby ist ein kollaborativer Text-Editor. Man kann also Text-Dateien bearbeiten – aber im Team!

Per Netzwerk klinken sich die Kollegen rein, und dann geht es los. Der eine möchte in dieser Datei etwas ändern, der andere dort ein Wort austauschen; manchmal tippt man auch zu zwei gleichzeitig in einer Zeile!

Dabei werden die Zeichen farbig hinterlegt – jenachdem, wer sie zuletzt getippt hat. So wird es schnell reichlich bunt. Zur Kommunikation gibt es einen Chat, alles ist verschlüsselt und kann passwortgeschützt sein.

Und jetzt endlich, dank neuer Bibliothek: Es gibt einen „Rückgängig“-Knopf.

Läuft unter Linux, zwei berühmten Kommerziellen Systemen, und so manchem anderen Unix…

Einige Schimschüsse:

Gobby unter Linux

Gobby unter Linux

Gobby auf'm Apfel

Gobby auf

Gobby für Fenster

Gobby für Fenster

Mehr Bilder.

Das Programm.

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Nix Neues

7. Juli 2010 - 20:52 Uhr

viel zu heiß zum Bloggen: 35 Gräder. Schon seit einer Woche.

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