Archiv für Juni 2009


Paris, komplett in 120 Minuten

28. Juni 2009 - 14:46 Uhr

Mit einem Taxi nach Paris…

Nachdem ich am Mittwoch Abend eine neue Wohnung gefunden habe und stande pede einen Spontan-Umzug in die Wege litt, saß ich dann heute früh zunächst im TGV nach Paris. Zwei Stunden später ging es weiter, zu Karls Ruhe, mittlerweile habe ich wieder das Gefährt gewechselt und fahre mit dem ICE nach Göttingen. Wobei die Klima“an“lage eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass sie a) eine Klima“aus“lage ist und b) ICE kein versalscher Angelsachse ist.

    Und nun folgt ein kurzer Reiseführer: Paris in 120 Minuten (inklusive allem).

  • Sie starten um 13.07 im Zug der Großen Geschwindigkeit während der Einfahrt in den Bahnhof „Paris Gare de Lyon“. Steigen Sie aus und folgen Sie der Masse Mensch, welche sich grob in Richtung Ausgang bewegt; dieser stellt zugleich den Eingang in die Stadt der Liebe und so weiter dar.
  • Da Paris das Konzept der Kopfbahnhöfe verfolgt, haben Sie sich bestimmt die Fahrtrichtung gemerkt? Gehen Sie grob in dieser Richtung weiter. Denn da geht’s nach Norden, und das ist immer gut, da die zwei anderen Bahnhöfe der dreistündigen Fahrt südlich liegen.
  • Nach einigen Minuten erkennen Sie einen Tunnelausgang oder ein Parkhaus oder ähnliches; dieses kommt ihnen von den Google-Streetview-Ansichten des Google-Routenplaners bekannt vor. Prima. Denn wenige Schritte weiter erreichen Sie die Metro. Leider ist dort der Fahrkartenautomat defekt.
  • Also richten Sie Ihre Nase weiter in Richtung Norden und folgen ihr auf der „Rue de Lyon“. Schon bald erscheint auf der rechten Seite dein betagter Mann, nämlich der Oper de la Bastille.
  • Gehen Sie weiter; am folgenden Kreisverkehr wartet nämlich eine Metro-Station mit funktionstüchtiger Billetten-Maschine auf Sie.
  • Leider gibt es automatisch keine Tagestickets (8,80 Euro) zu erwerben; Sie entscheiden sich also für 3 einzelne Fahrten zum Stückpreis von 1,80 Euro und sparen also vier Eypos.
  • Machen Sie sich mit dem Metro-Netz von Paris vertraut. Dies ist ein kniffeliger Akt, da viele unwissende Menschen sich direkt vor die Pläne stellen und mit zahlreichen Händen auf für Sie völlig unwichtige Stationen deuten, dafür aber die entscheidenden Stopps verdecken.
  • Sie entscheiden sich schließlich für die Linie 1 und merken sich die Richtung „La Defense“.
  • Mit der erworbenen Fahrkarte passieren Sie das Drehkreuz und wandeln durch diverse Gänge zur Metro. Gut, dass sie bereits auf Sie wartet. Sie springen hinein – und schon geht’s los.
  • Am Louvre steigen Sie aus und verlassen das Untergrundsystem. Oben warten strahlender Sonnenschein und viele Sehenswürdigkeiten auf Sie!
  • Nach einigem Herumirren finden Sie den Eingang zum Louvre und können schon die Pyramide sehen. Aufgrund einer hochgerüsteten und stark bewaffneten Militärpatroullie, die stolz ihre automatischen Tötungsmaschinen präsentiert, entscheiden Sie sich für einen friedlichen Rückzug und gehen in Richtung eines großen Flusses.
  • In Seiner Nähe bieten zahlreiche fliegende Holländer Händler ihre Waren feil: Eifeltürme als Miniatur, Bilder mit Pariser Motiven, Tonträger wie Nyl und pipapo.
  • Drei Brücken weiter stehen sie vor dem Jardin de Tuilerie. Doch schauen Sie zunächst noch kurz nach rechts, in Richtung Louvre: Dort finden Sie wieder die Pyramide, außerdem eine Immobilie, welche (bis auf eine Größenskalierung) Ähnlichkeiten zur Brandenburger Tor aufweist.
  • Sie betreten den Garten.
  • Als CDU-Wähler werden Sie nun vermutlich mit zahlreichen „Stopp“-Schildern die Blicke auf obszöne Statuen verhindern wollen.
  • Anderenfalls gehen Sie erhobenen Hauptes weiter durch die Nackedei-Parade.
  • Einer gibt sich nicht die Blöße: „Cesar“ steht auf seinem Sockel; der weiße Stein verrät: Gemeint ist nicht der Fußballer, sondern der Lateiner. Gaius mit dem verhüllten Julius.
  • Bald werden Sie auf einen riesigen Phallus („Obelisk“) stoßen.
  • Sie verlassen den Garten der Sünde und stehen auf dem Place de la Concorde. Und weil die dort nicht mehr landet, steht dort auch keine. Schade.
  • Mit guten Augen können Sie in einem günstigen Augenblick in der Ferne den Arc de Trioumph erspähen; auch mit weniger guten Augen sehen Sie weiter links den großen Antennenmasten, benannt nach einer deutschen Vulkangegend.
  • Nun interessieren Sie sich für die Metro-Station und entscheiden sich, wieder einige Haltestellen zurückzufahren; namentlich bis Chatelet.
  • Dort wechseln Sie von der 1 in die 7 in Richtung „Porte de Clignancourt“.
  • und steigen am Gare de l’Est aus,
  • wo schon Ihr TGV nach Karlsruhe wartet.
  • Nach knapp zwei Stunden ist das Besuchsprogramm „Paris kurz und knapp“ geschafft.

Von „irgendwo reingehen“ war ja nie die Rede…

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SC2732

15. Juni 2009 - 19:10 Uhr

Letzte Woche hatte ich Besuch: Die ganze Wellenleiter-Bande war mit einem riesigen Bus angerückt, um Goldkolloide und Zellen in den Röntgenstrahl zu halten. Hab ich mir natürlich angekuckt und auch mal über Nacht mitgemacht.

Die Wellenleiter waren 50 Nanometer hoch und wahlweise 50 oder 200 Nanometer breit. Also gerade richtig, um den auf 130x160nm^2 fokussierten Röntgenstrahl einzufangen und kohärent auf die Proben zu werfen.

Nur – wie trifft man diesen winzigsten Kanal überhaupt? Zur Erinnerung: Das sichtbare Licht hat eine Wellenlänge von – sagen wir – 500 Nanometer. Die Kanälchen sind also selbst unter einem Mikroskop nie zu erkennen. Deshalb gibt es an den Seiten richtig fette Wellenleiter: ein Mikrometer messen sie in der Breite. Hat man per Lichtmikroskop ungefähr den (vermuteten) Röntgenstrahl (der geht immer in x-Richtung) dort positioniert, kann man in der Höhe und diversen Winkeln abrastern und auf ein Signal hoffen. Dadurch lässt sich die Höhe (z-Richtung) der Wellenleiterchen gut bestimmen, die y-Koordinaten der kleinen Tierchen sind dokumentiert.

Hinten soll dann ein kohärenter und sauberer Röntgenstrahl den Wellenleiter verlassen – vorausgesetzt, man hat ihn mit den insgesamt vier Translations- und zwei Rotationsmotoren korrekt positioniert. Und vorausgesetzt, er ist auch intakt: Viele Kanäle setzen sich zu und gehen bei der Herstellung kaputt. Deshalb sind in dem daumennagelgroßen Silizium-Wafer auch gleich einige Dutzend zu suchen.

Nachdem es an den ersten drei Tagen sehr schlecht aussah, wendete sich zum Ende der Woche das Blatt, die Photonen waren den Experimentatoren froh gestimmt und zeigten sich. Noch heute Morgen, während die einen schon abbauten, sammelten die anderen noch fleißig Daten. Danach wurde alles verstaut – und Tetris-like in den Vito gepackt.

Das Experiment SC 2732 hat schlappe 26 GB an Daten produziert.
Viel Spaß beim Auswerten!

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publishing in progress…

3. Juni 2009 - 20:57 Uhr

Online kann man mein Paper schon lesen, allerdings noch in der unkorrigierten Version. Letzte Woche kam – pünktlich zum ZaPF-Stress – eine PDF-Version ins Institut geflattert, und dann ging das korrigierne los. Einen Haufen fehlender Kommata hatte der Editor schon gefunden, jetzt ging es für Tim und mich darum, dem Papier den Rest letzten Schliff zu geben. Da haben wir noch schnell eine weitere Variable („b“) eingeführt und ein paar Achsenbeschriftungen geändert – und das ganze wieder an Else IV. geschickt. Prompt kam die Antwort: „your pdf file seems to be damaged or corrupt.“

Schade. Und das morgens um 7.45. Also noch einmal paar Mal anders gespeichert, hier nen Haken gesetzt und da was angeklickt, und losgeschickt. Jetzt sollte alles stimmen.

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Laut und bunt

2. Juni 2009 - 12:07 Uhr

Nach der Diplomverleihung gab’s erst ein paar Schlückchen zu Schlürfen, anschließend ging es in Hörsaal 1 richtig rund: Bei der Physik-Show „Zauberhafte Physik – von schwebenden Schiffen und rauchenden Ringen“ zeigten 20 Göttinger Studenten die Knall- und Aha-Effekte der Physik.

Aus dem Programm: Magnetschwebebahn, Nichtnewtonscheflüssigkeits-Tanz und ganz viel flüssiger Stickstoff; Trägheit, Infrarot und Dinge, die man lieber nicht in die Mikrowelle steckt; Laser, Feuer und ganz viel Krach.


Mehr soll hier nicht verraten werden; wer’s verpasst hat:

Weitere Vorstellungen der Physikshow gibt’s am 12. Juni 2009 auf dem Festival „Stadt der jungen Forscher“ am bzw. um das alte Rathaus und am 17. Juni 2009 um 16.30 Uhr und um 18 Uhr im Rahmen der Kinder-Universität Göttingen.

Die „Zauberhafte Physik …“ ist ein Projekt von Professor Quadt aus der Zweiten Physik, der 20 engagierte Studenten fand, um uns alle zu verzaubern. Viele der Experimente wurden zuvor selbst gebaut und sind meist auch selbst erdacht.

Und hier noch ein paar Links zu Fotos:
ein paar Fotos!

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Ent-ZaPFt

2. Juni 2009 - 11:59 Uhr

Puuh, geschafft!

Nach einer anstrengenden Woche ist es vollbracht, die Sommer-Zusammenkunft aller Physik-Fachschaften im deutschsprachigen Raum 2009 in Göttingen ist zu Ende, alle Teilies sind abgefahren, aller Müll beseitigt und wir haben ausgeschlafen.

In den nächsten Tagen und Wochen werden die letzten Protokolle der Arbeitskreise und Plenen geschrieben und zu einem hübschen Reader vereinigt. Ein paar Fotos könnt Ihr Euch hier anschauen:
http://www.zapfig.de/fotos/

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