Archiv für März 2009


hoff tuh

23. März 2009 - 22:19 Uhr

HowTo: become a doctor

Diplömchen oder Mästerchen in der Tasche? Lust auf mehr? Wie geht’s weiter?
Das möchte ich loser Reihe beschreiben in meinem HowTo: become a doctor.

Mit der Diplom- oder demnächst Master-Arbeit ist bewiesen, dass man wissenschaftlich arbeiten kann. Wenn man das dann auch tun möchte (und nicht etwa den Weg in die Industrie sucht), führt einen die akademische Karriereleiter typischerweise in die Promotion. Diese dauert noch einmal rund 3 Jahre, anschließend heißt man dann “PhD”, “Dr.” oder gar beides. In einigen Bundesländern kann man beide Titel gleichzeitig führen.

Aber wie geht das?
Nun, zunächst einmal braucht man ein Thema, einen Betreuer (“Doktor-Vater”), und natürlich eine Arbeitsgruppe. Diese drei Dinge hängen natürlich zusammen: Der Betreuer, ein Professor, ist Leiter einer Arbeitsgruppe und forscht selbst in einem bestimmten Teilgebiet der Physik. In diesem Teilgebiet gibt es dann verschiedene Zweige mit etlichen Themen, die momentan erforscht werden. Für letzteres sind dann die Doktoranden zuständig: Forsch sein.

Themen gibt es zum Glück wie Sand am Meer. Als erstes kann man natürlich in der Arbeitsgruppe, in der man schon Diplom/Master gemacht hat, bleiben, und dort in einem sehr verwandten Thema arbeiten. Hier kennt man sich ja schon aus, sodass der Einstieg nicht all zu schwierig sein dürfte. Für einen abwechslungsreichen Lebenslauf ist es aber auch schmackhaft, wenn man ihn mit vielen verschiedenen physikalischen Früchten schmückt.

So ist es nicht unüblich, wenn das Promotionsthema stark vom Diplom-/Masterthema abweicht. Trotzdem kann man natürlich in der alten Gruppe bleiben – viele Professoren forschen in mehreren Zweigen gleichzeitig.

Demnächst mehr!
mo

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Bilder

16. März 2009 - 15:30 Uhr

Am Sonntag bin ich mal ein wenig in Grenoble rumgelaufen und habe Fotos geknippst. Hier eine Auswahl:

Sieben Gendarmerie-Bullies fahren mit Blaulicht und in einer Kolonne Richtung Grenoble. Warum? Keine Ahnung.

Denk mal.

Die Schüssel, in der damals das Olympische Feuer fackelte.

Hinten: Trikolorierte Gerüstverkleidung; vorne: die Polizei hat einen Falschparker erwischt. In einer Einbahnstraße!

Rechts: Eugen Chavant, Zivilchef von Vercors und ein Kompagnon der Befreiung; links: astrakte Skulptur; hinten: Mauertatto

Links oben: lustige Schornsteine; rechts unten: dreidimensionale Hauswandkunst

Pass auf, wo Du hinläufst!

Museum und Bücherei am Platz "Verdun - Prefecture".

Büro vom Präfekten am Platz "Verdun - Prefecture".

Ganz hinten: Berg; hinten: Häuser; Mitte: Autos; vorne: l'Isère, großer Fluss; ganz vorne: Mauer, damit man nicht reinfällt.

Damit geht's den Berg rauf zur Bastille.

...wie gesagt, es geht den Berg rauf.

...und hinterher wieder runter...

Häuserfassade, irgendwo in Grenoble.

Kirche, kurz vorm Bahnhof.

Bahnhof.

Ne Antipolly hält am Bahnhof.

Kunst?

WTC

Tannenbaummarkt.

Es ist auf einem Dach. Aber was ist es?

Löwe bewacht das Fenster. Gibt's häufiger hier.

Noch eine Häuserfront.

Pilziger Turm?

Nen Stück weiter rechts stehen noch drei.

Tram A.

Nen Blick auf einige Hochhäuser vom Villeneuve. Ich wohne aber am andern Ende, wo es hübscher aussieht.

Die Allée de la Colline ist hier von einem Hügel verdeckt. Daher ist das Haus, in dem ich wohne, nicht zu sehen. Es ist auch nicht so hoch wie die anderen...

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pi

14. März 2009 - 16:32 Uhr

May I have a large container of coffee? – Thank You!

Vor einigen Tagen ist in Göttingen ein Paket mit meinem neuen Taschenrechner eingetroffen. Der HP 35S, mit RPN. Umgedrehte Polnische Notation. Mit Stack. Ganz fesch.

Unixer kennen vermutlich den bc, den basic calculator. Es gibt aber auch den dc, den desk calculator. Dieser arbeitet ebenfalls mit der reversierten Polen-Schreibweise; hier ein Beispiel:

Eingabe: 8 3 57+*2-p
Ausgabe: 478
Rechnung: 8 * (3+57) - 2 (p steht für print)

Leider habe ich im dc keine Möglichkeit gefunden, die unter uns Physiker doch recht häufig gebräuchliche Konstante pi abzurufen. Im bc gibt es eine kleine Mathebibliothek:

bc -l
Eingabe: 4*a(1)
Ausgabe: 3.14159265358979323844
Eingabe: scale=40 \n 4*a(1)
Ausgabe: 3.1415926535897932384626433832795028841968

(a ist der Arcus-Tanges).

Bei meiner Internet-Recherche zum Thema dc und pi bin ich auf diese E-Mail gestoßen. Da hat so ein Spinner den dc mit sed nachprogrammiert. Schlimm, schlimm… Aber hier geht es um pi, und ich zitiere:

here’s an exercise:  see if you can add a “pi” command that will push the number 3.14159265 on the stack.  As an advanced (difficult) exercise for hard-core hackers, try implementing associative arrays per my comments in the script.  In any case, enjoy, and never again let it be said that sed can’t do arithmetic.

Für uns Otto-Normal-Hacker scheint pi also im dc nicht vorzukommen. Schade.

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Kurz gefragt

10. März 2009 - 22:21 Uhr

Heißt es wohl Luftbrücke, weil “Avion” und “Avignon” so ähnlich klingen?

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Berühmte Göttinger Physiker (1)

9. März 2009 - 20:37 Uhr

Heute beginnt eine neue Reihe: Göttinger Physiker.

Zunächst möchte ich mal die sechs Namensgeber unserer fünf Hörsäle vorstellen:

  • HS1: Georg-Christoph Lichtenberg (311 Sitzplätze), hat die Elektronenladung als negativ empfunden; krummer Rücken, aber immer einen lockeren Spruch parat. Siehe auch beim Julius.
  • HS2: Max Born, großer Quantenmechaniker, erkannte die Bedeutung der Wellenfunktion und legte die Grundlagen für die Kopenhagener Deutung, näherte zusammen mit Oppenheimer, entwickelte zusammen mit Minkowski den mathematischen Rahmen für Einsteins SRT, schrieb zusammen mit Emil Wolf die Optik-Bibel “Optik”.
  • HS3: James Franck, Erfinder des Franck-Hertz-Versuchs aus dem A-Praktikum: stützte das Bohrsche Atommodell mit seinen diskreten Energieniveaus; mehr dazu erfahrt ihr im 3. Semester.
  • HS4: Maria Goeppert-Mayer, Frau, Mathematikerin, weiß, wie Atomkerne funktionieren, häufig auch mit ö geschrieben.
  • HS5: Carl Friedrich Gauß, berühmtester Mathematiker, hat die Glockenkurve erfunden und eine Verteilung entdeckt; kann Matrizen invertieren und hat die Winkelsumme im Dreieck vermessen; besaß eine Sternwarte und lächelte auf dem 10-DM-Schein.
  • HS5: Wilhelm Eduard Weber, hat zusammen mit Carl Friedrich die erste Telegrafenleitung in Betrieb genommen. Zwischen der Sternwarte und dem “Physikalischen Kabinett”.

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ÖPNV (Update)

5. März 2009 - 20:37 Uhr

Nächster Halt: Bosporus!

Heute mal ein kleiner Sammelartikel zu dem Öffentlichenpersonennahverkehr in Grenoble.

Für normal fahre ich ja morgens mit der Polly rauf zum Polygon. Kurz vor dem Ziel gibt es einen großen Kreisverkehr – natürlich am “Place de la Resistance”, am Widerstandsplatz. Und der heißt vermutlich so, weil die Bahnkurve die Form eines großen Omegas hat und das ist ja das Formelzeichen für die Widerstandseinheit Ohm.

Übrigens ist die Polly ein Fermion. Denn sie fährt halb um den Kreisverkehr, hat also einen Spin-1/2. Es gibt auch eine angeregte Polly mit dem Spin 3/2, die fährt anschließend vom Polygon zurück zum Kreisel, fast ganz rum und dann weiter zum Chateau.

Heute habe ich herausgefunden, dass es sich bei der Anti-Polly, mit der ich ja abends immer zurückfahre, um ein neutrales Teilchen handelt: Es gab noch eine zweite direkt hinter uns und keine abstoßenden Kräfte. Kurz vor dem Bahnhof hat uns die andere Anti-Polly gar überholt – aber an der nächsten Haltestation hatten wir sie wieder hinter uns.

Wir fassen zusammen: elektrisch ungeladen, Spin 1/2, kein Punktteilchen (sonst wäre keine Anregung zu einem Spin 3/2 möglich): Die Linie 34 ist anscheinend ein Neutron!

Etwas später bin ich in die Straßenbahn umgestiegen; dort werden eigentlich immer die Korrespondenzen, die Umstiegsmöglichkeiten, audioell bekanntgegeben. An der Haltestelle MC2 sollte man laut Plan in die Bus-Linie 18 umsteigen – doch der Lautsprecher blieb stumm. Vermutlich ist die 18 noch auf dem Rückweg von Istanbul…

Die Fahrscheine bitte…
mo

Update

Na, jetzt hab ich doch einen vergessen:

Entscheidend is auf’m Platz.

Denn egal ob ich mit der Anti-Polly 34 zurückfahre, oder zwischendruch in die A umsteige – die Haltestellen in Wohnungsnähe sind gleich hinter einem Fußballplatz. Da wird abends immer fleißig trainiert, natürlich mit Flutlicht. So kann ich’s nicht verfehlen.

Nach der Ankunft ist vor der Abfahrt.
mo

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Smexos, Teil 2

5. März 2009 - 20:09 Uhr

Was lange währt…
Nanu, eine ganze Woche ohne Eintrag?

Jaha, nach dem Workshop (20 Vorträge binnen 32 Stunden) musste ich erst einmal die ganzen Möglichkeiten, die vorgestellt wurden, verarbeiten – und auch weiterarbeiten. Sprich: forsch sein.

Ein Großteil der bisherigen Röntgenoptik-Simulationen setzt auf Raytracing – also auf die Technik, mit der ich in mein Thema eingestiegen bin. Vermehrt kommen aber mittlerweile auch wellenoptische Methoden zum Einsatz: Mal so ein Kirchhoff-Integral, mal die Helmholtz-Gleichung. Damit habe ich schon zu Diplom-Zeiten Erfahrungen gesammelt, sodass ich den Vorträgen gut folgen konnte.

Später wurden dann Kontakte ausgetauscht. So habe ich etwa den Cameron kennengelernt. Er ist gelernter Australier, und das merkte man ihm auch an: Er war ein wenig blass um die Nase. Klar, jetzt wo das ganze Blut in die Beine fließt, wo er doch sonst immer Handstand machen muss…

Nein, Scherz. Er ist PostDoc am PSI, dem Paul-Scherrer-Institut, in der Schweiz. Während seiner Promotion hat er den Einfluss von Oberflächenrauhigkeiten etc. pp. auf die optischen Eigenschaften von Totalreflexion-Spiegeln studiert. Nah dran an meinem Thema, also bleiben wir in Kontakt. Vermutlich werde ich ihn auch bald in der Schweiz besuchen.

Gestern habe ich aber erstmal ein Flugticket nach Hause, also nach Göttingen, zum Schatz, gebucht.

Noch drei Wochen!
mo

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