Archiv für Januar 2009


Strike!

29. Januar 2009 - 19:50 Uhr

Völker, hört die Signale – auf zum letzten Gefecht

Heute war Streik. Und Demo. Und überhaupt.

…die Internationahale erkämpft das Menschenrecht…

Da denkt der geneigte Göttinger natürlich gleich an die fast schon professionellen Aufzüge von links-, rechts- und nicht-Extremen; hat Bilder von brennenden Blockaden, schwarzen Blöcken und noch schwaäzeren Uniformen im Kopf.

Und hier?

Okay, es waren wohl einige tausend Grenoblianer auf der Straße. Für John Darm aber blieb es ruhig: Statt Steinewerfer gab es bunte Luftballons – ein wenig astaesk…

…drum links, zwei-drei, drum links, zwei-drei…

Acht Gewerkschaften und die linke Opposition hatte für heute zu einem Generalstreik aufgerufen. Für mich bedeutete das: Nach zehn Minuten Busfahrt ging es nicht geradeaus weiter, sondern rechts rein, rechts ran, Türen auf. „Desole“, aber die Innenstadt sei voll. Kein Durchkommen am Bahnhof.

Die Straßenbahn fuhr auch nur noch eine Station weiter, wäre erst nach neun Minuten gekommen. Also per Pedes weiter. Auf zum Bahnhof, Demo kucken. Die war aber schon unterwegs. Auf der anderes Seite kam mir eine 34 entgegen, ich stieg ein – und wenig später wieder aus. Am Polygon stand noch eine 34 und wartete verzweifelt auf Kundschaft.

Jetzt sitzee ich in der Anti-Polly, wie ich den Bus nenne, der vom Polygon zurückfährt. Alles ganz normal. Gleich mal die einschlägigen Nachrichtenportale abklappern und Bilder suchen.

… weil auch Du ein Arbeiter bist.
mo

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Beginn

28. Januar 2009 - 13:37 Uhr

Proschän Arrääh: Polligohn Scijon-ti-fick.

Aha, da wäre ich also. Seit Anfang des Jahres promoviere ich, werde also ein Doktor. Kein Arzt, Doktor der Physik. Röntgenphysik, um genau zu sein: In einer Kollaboration zwischen der Uni Göttingen und der ESRF (European Synchrotron Radiation Facility) forsche ich in den nächsten drei Jahren an Röntgenoptiken. Mit numerischen Methoden versuche ich, Multilagen-Spiegel zu optimieren, um Fokusgrößen im Nanometerbereich zu erreichen; das soll ich dann noch experimentell belegen.

Hier möchte ich Euch, liebe Physik-Studierende in Göttingen (oder auch anderswo) und Euch, die Ihr noch nicht wisst, dass Ihr vielleicht auch demnächst in Göttingen Physik studieren wollt, über mein Leben und meine Arbeit informieren.

Ein paar weiterführende Links, damit ich nicht alles selber aufschreiben muss:

http://www.esrf.fr
http://de.wikipedia.org/wiki/Synchrotron

Die Artikel bis einschließlich Januar 2009 wurden übrigens rückdatiert, da dieser Blog erst am 28. Januar gestartet wurde. Pardon.

Bonne journée!
mo

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mo = malloc(sizeof(mo));

27. Januar 2009 - 20:42 Uhr

Ping?
Heute war „Diwischn-Miiting“. Von den Experimentalisten.

Wir haben einen neuen Direktor, Harald aus Stuttgart. Hat ein wenig über das Upgrade-Programm erklärt (Powerpoint, B.E.). Dann haben die einzelnen Gruppen berichtet, schließlich durften sich die Neuen vorstellen. „I think we have four“, dachte man wohl. Ich war dann als geschätzter Siebter an der Reihe und hab kurz dies und das erzählt. Dann gab es noch zwei Vorträge über eine Upgrade-Beamline, was man hier demnächst alles machen können will.

Seit einigen Monaten laufen die Planungen, wie die ESRF aufgerüstet werden soll. Ein paar neue Büros hier, ein wenig mehr irgendwas dort – vor allem aber sollen die Beamlines länger werden.

Wie beim Sport: Höher, schneller, länger.

Über 100 Meter sollen’s nämlich schon sein. Gemeint ist der Abstand zwischen Quelle (z.B. der Undulator) und dem Experiment (Probe oder Detektor, deren Abstand ist i.d.R. klein).

Warum?

Die Kohärenz ist proportional zum Abstand und anti-proportional zur Quellgröße. Und Kohärenz braucht man für Interferenz. Und dann kann man ganz tolle Sachen machen, wie der Göttinger Physik-Student im Laufe der Zeit lernt. Aber das kann ich Euch ja jetzt noch nicht alles verraten :þ

Am Ende des Meetings beklagten sich einige darüber, dass das Essen in der Kantine nicht mehr schmecke. Als passionierter Nordmensist kann ich mich dem allerdings nicht so recht anschließen… Eigentlich kann man hier essen wie Gott in Frankreich.

Pong!
mo

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Polynom

21. Januar 2009 - 20:42 Uhr

Kuckuck!

Zwischen Villeneuve und Grand’Place ist ein Parkaus, es hört auf den Namen „Polynom Parking“.

Anscheinend muss man die Nullstellen suchen, um einen freuen Parkplatz zu finden.

Kommentar von Marius: „Hoffentlich hat es einen hinreichend hohen Grad.“

over
mo

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Carrefour

19. Januar 2009 - 20:42 Uhr

printf(„Hallo Welt\n“);

In der Nähe von meiner Bude ist der „Grand’Place“, ein Einkaufszentrum brauchbarer Größe. Layout: Ein rechtwinkliges Dreieck, die Hypotenuse misst gefühlte 300 Meter. Ausstattung: Überwiegend Klamotten, viel für Frauen, zweimal für unten drunter. Ansonsten: Krempel, Gedöns und sowas.

an einer Ecke kann man aber weitergehen; dann kommen nochmal rund 100 Meter Geschäfte. Und anschließend der Carrefour.

Dies ist ein typischer Supermarkt, wie wir ihn von zu Hause kennen. Nur halt ein wenig größer, mit mehr Auswahl eben. 100 Meter lang, 40 breit; über 60.000 Artikel. Hier ein kleines Bild (Abweichungen von der Realität sind künstlerisch gewollt):

<bild>

Heute stand ich an Kasse 32 an und war damit etwa in der Mitte des Ladens. Insgesamt gibt es nämlich 57.

return &mo;

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mo im Ring

15. Januar 2009 - 20:42 Uhr

Liebes Hypertext,

heute war ich im Ring.

Noch ist „Shutdown“, d.h. die Maschine ist aus. Aufgrund von Wartungsarbeiten an einem Revolver-Undulator konnten wir selbigen besuchen; „wir“, das ist eine Gruppe von knapp zehn Personen. Nach dem Passieren einiger Strahlenschutz- und Magnetfeld-Hinweise öffnete sich die Tür zum Ring.

Dieser hat einen Umfang von 844 Metern (ist also ein wenig kompakter als das LHC-Gerät mit seinen fast 27 Kilometern). Viel zu sehen gibt es dort – aber eigentlich sieht man nichts. Dipol-, Quadrupol- und Sextupol-Magnete sind um das Strahlrohr gebaut; alle paar Meter kommen dann die berüchtigten „Insertion Devices“: Wiggler oder Undulatoren. Letztere bestehen aus geschätzten hundert Magnetpaaren, die abwechselnd gepolt die Elektronen auf eine ungefähre Sinusbahn zwingen; wenn die Abstände stimmen, schwingen die Photonen in Phase, man erhält hochintensives Röntgenlicht.

Das Rohr selber sieht man nur an den Ein- und Ausgängen der Magnete oder IDs. Es ist… langweilig.

So ein flacher breiter Quader, wenige Zentimeter hoch, einige breit.

In den Undulatoren ist es (so sagt man zumindest) ein dünnes Glasröhrchen. Teilweise zwei Meter lang, hauchdünn, exakt positioniert – und unter Vakuum. 10-9 mbar.

Zahlreiche Pumpen pumpen ständig Vakuum-Gas in das Strahlrohr. Wir wollen ja Elektronen beschleunigen, keinen Dreck.

Morgen wird die Maschine wieder eingeschaltet. Damit sich auch niemand zwischen den ganzen Rohren und Geräten versteckt, gehen die Leute der „Safety-Group“ durch den Ring. Dort müssen sie alle paar Meter auf einen Knopf drücken und somit bestätigen, niemanden gesehen zu haben. Nach einigen Knöpfen kommt dann eine Tür – ist diese zu, ist der Sektor sicher.

Nachtrag: Es hat wohl geklappt, der Strahl ist an und es wird eifrig getestet. Dann dürften wohl demnächst die Experimente beginnen.

In diesem Text hat sich ein kleiner Schelm versteckt. Wer findet ihn?

</blog>
mo

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Tach da!

11. Januar 2009 - 20:42 Uhr

Guten Tag!
TAG, das ist hier die Busfirma. In der Langform heißt man semitag, was sich ausgeschrieben „Societe d’Economie MIxte des Transport de l’Agglomeration Grenobloise“ liest. Ein Hoch auf die Abkürzung!

Neben den 22 Buslinien lustig durchnummeriert von 1 bis 58 gibt es noch vier Straßenbahnen (A, B, C und D), genannt „Tram“. Die fahren meist so im Vier-Minuten-Rhythmus. Es gibt sehr große, hübsche, mit Monitoren (Linie B), und nicht ganz so gute, sehr volle, ohne tolle elektronische Spielereien (Linie A). Die A fährt vom Bahnhof zum Grand’Place. Also im Prinzip meine Strecke.

Aber meist fahre ich Bus. Mit der 34, scherzhaft auch „Polly“ genannt, weil sie mich direkt zum Polygone Scientifique bringt. Die Fahrt dauert so etwa 35 Minuten, meine Wohnung ist halt genau am anderen Ende von Grenoble. Aber ganz nett und relativ günstig.

Die Haltestelle selber (Leon Jouhaux) ist knapp zehn Minuten Fußweg entfernt; ich könnte auch auf halber Strecke ein- und später umsteigen, aber aufgrund der Umsteigewartezeit ist das nicht sinnvoll.

Die 34 fährt tagsüber etwa alle neun Minuten; andere Busse fahren noch häufiger. Doch damit ist schnell Schluss: Ab acht wird’s eng, der letzte geht um neun.

Lustigerweise gibt es eine 34P und eine 34C. P heißt Polygon, C heißt Chateau. Zum Polygon fahren aber beide – die P endet, die C fährt dann weiter zum Schloss. Da war ich aber noch nie.

Muss ich unbedingt mal hin. Und auch zur Bastille.

Die wurde übrigens ein Jahr vor dem Sturm auf die Bastille gestürmt.

Nächsten Monat. Dann auch mit Kamera. Versprochen.

Guten Tag,
mo

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Rechenknilch

6. Januar 2009 - 20:42 Uhr

tada.wav

Heute kam so ein Knilch angedackelt und hat mir den Rechner installiert.

Also Windows.

Es war schon drauf, da hatte er dann nicht viel zu tun. Er hat ihn ins Netz gebracht, meinen Benutzerzugang eingerichtet, irgendwo rumgeklickt (wie man das wohl so macht) und auch ein paar Updates eingespielt. Dann wollte er mir noch erklären, wie man jetzt mit diesem Drückding umgeht und was das alles wär und sagt mir, ich hätte die Wahl zwischen einem „l’ängtanett eksplora“ und einem „faijafoks“. Soso. Auf ner Webseite könne ich mein Passwort ändern, wenn ich denn unbedingt wolle. Soso.

Nachdem er dann endlich weg war habe ich das Programm-Repertoire noch um Putty, WinSCP und Gnuplot erweitert, diverse Tunnel eingerichtet, nen anständigen gVim installiert (der ist unter Windows übrigens ähnlich wenig mächtig wie das „Betriebs“-System selber) und dem Donnervogel beigebracht, über welche sicheren Kanäle er meinen Mail-Server erreichen kann.

Gut, da nervt jetzt immer ne Meldung, dass das Zertifikat „mo-online.de“ nichts mit dem Rechner „localhost“ zu tun hätte, aber bitte.

Besser, als das interne ESRF-Mailsystem, dass kein imaps zulässt. Gut, dass ich mir (vorbildlicherweise) ein eigenes ESRF-Passwort ausgedacht habe…

Zum Netz selber: Mäßig.

ssh abgehend ist auf unerträgliche ~30kB/s gedrosselt, sodass meine täglichen Backups nach Göttingen einige Minuten dauern. Ein ESRF-Backup gibt es nicht. Man hat mir ne externe Festplatte auf den Tisch gestellt, „da sind aber noch wichtige Daten drauf“ gesagt, und anschließend habe ich sie ins Regal gestellt. Den dritten Stromanschluss brauche ich ja für meinen Laptop.

Der geht über das Gäste-WLAN ins Netz. Falls dies mal klappt, ist die ssh-Verbindung nicht gedrosselt, wie lustig. Dafür sieht er aber manchmal was auf im 5 GHz-Band und ist in einem Netz, das irgendwie nicht richtig geroutet wird.

Will man von außen per ssh auf den Linux-Cluster, braucht man ein wenig Geduld: Die ssh-Verbindungen werden in eine Warteschleife gelegt, erst nach zehn Sekunden darf man dann arbeiten.

STRG+D
mo

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Los geht’s!

5. Januar 2009 - 20:42 Uhr

„Los“. Ziehen Sie 4.000 D-Mark.
Erster Tag.

9 Uhr, Zimmer 432, Leila van Yzendoorn.
Tür geklopft. Aufgemacht. „You don’t want to go in our room.“ Aha, falsche Raumnummer bekommen. Weiter bis zum Ende des Ganges.

Dort sitzen schon zehn Leute draußen rum; ich beschließe, dass sie wie Wartende aussehen und warte ebenfalls. Pünktlich um c.t. (na klar) kommt die Leila. Wir gehen zwei Etagen runter, zwängen uns in einen Besprechungsraum.

Sie erklärt über die Arbeit für und an der ESRF, wir bekämen noch Sicherheitsübungen und müssten viele Zettel ausfüllen. Französische Bürokratie. Wie in Deutschland, nur auf französisch. „But this is not for visitors“, deutet sie auf den einziegen, der die nächsten drei Jahre den Status eines „Gastes“ „genießen“ wird – mich.

Von dem halben Dutzend Zettel bleibt einer für mich übrig – einer für die Telefonliste: Hier trage ich später meine Raum-, Telefon- und Mailbox-Nummer ein. Letzteres ist irgendeine Nummer, die mir aber niemand sagen kann. Aber die sei auch nicht so wichtig…

Um 11 Uhr ist der nächste Termin, die allgemeine Sicherheitsbelehrung. Also noch Zeit, meinen „local contact“ Christian zu besuchen und schonmal einige Dinge ins Büro zu tragen. Drei Mal haben wir uns zuvor gesehen, meinem begnadeten Namens- und Gesichergedächtnis hilft aber das Namensschild an der Tür. Wir vereinbaren ein Gespräch mit Jürgen und Claudio, den anderen beiden Betreuern, für den Nachmittag.

Jetzt ist erstmal die Sicherheit dran. Nachdem zwei Neulinge erst jetzt mitbekommen, dass der Raum 500 für die Englischsprachigen ist, gehen sie runter in den französischen Raum 050 (die erste Ziffer steht immer für das Stockwerk). Wir sind nur noch zu dritt, plus der Erklärbär.

„This is the X-ray“, deutet er auf einen hellen grellen Strahl auf dem Foto. Naja, eigentlich ist es natürlich die leuchtende Luft, die vom Röntgenstrahl ionisiert wurde. Aber es geht ja nicht um die Details, sondern um die Sicherheit.

Er erklärt das PSS, das Personal Safety System. Jede Hütte (so heißen die Hütten, in denen die Optiken (optics hutch) oder die Experimente stehen (experimental hutch) ist mit diesem System ausgerüstet. Bevor man die dicke Bleitür (~1 Tonne Gewicht an zwei winzigen Angeln, trotzdem lassen sie sich ohne Probleme bewegen) schließen kann, muss man auf Suche gehen.

Natürlich keine Ostereier, sondern Personen in der Hütte. Dafür drückt man draußen auf „Start Search“. Ein nerviger Piepton startet, man geht rein und sucht. Je nach Hütten-Größe und -Komplexität gibt es nun ein oder mehrere „Search-Buttons“. Meist ganz hinten, damit man auch wirklich durch die ganze Hütte gehen muss. Hat man alle Knöpfe, aber keine Menschen mehr gefunden, kann man die Tür schließen und „End Search“ drücken. Ein noch nervigeres Geräusch ertönt, nach einigen Sekunden ist die Tür verschlossen und der Röntgenstrahl prinzipiell „eingeschaltet“. Einige Tonnen Blei wurden also aus dem „Front-Shutter“ entfernt. Für das Experiment hat man gewöhnlich noch einen eigenen Shutter, der per Software gesteuert wird.

Die Logik von PSS besagt, dass nun niemand mehr in der Hütte ist. Letztlich ist natürlich der Suchende dafür verantwortlich, auch wirklich jeden gefunden zu haben, der sich irgendwo den Kopf gestoßen hat und bewusstlos unter einem Tisch liegt.

Passiert sei bislang noch nichts.

Und falls doch:
Gehen Sie direkt ins Gefängnis, gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine 4.000 D-Mark ein.
mo

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Tuff-tuff-tuff

4. Januar 2009 - 20:42 Uhr

D’r Zoch kütt!
Sonntags morgens, kurz nach sechs: Der ICE 71 rollt durch Göttingen. mo steigt ein und so schnell auch nicht wieder aus: Die Fahrt nach Grenoble bringt ihn zunächst nach Basel. Im Bahnhof „Basel Badischer Bahnhof“ die Durchsage: „Reisende mit dem Ziel Schweiz, Italien, Frankreich werden gebeten, bis zum Bahnhof Basel SBB zu fahren.“ Gehört, getan.

In Basel SBB geht es dann nach einer kurzen Gleis-Suche (die Angabe der DB stimmt hier nie) weiter, mit dem Neige-IC (laut DB ein IC) nach Genf. Hier gibt es zwar auch ein „Synchrotron“; aber wir ich schon in einer Quadt’schen Diplomprüfung meinte: „Das ist ein ganz schlechtes Synchrotron“. Die Protonen strahlen halt nicht so schön, wie wir das gerne hätten.

Kurzer Einschub:
Geladene Teilchen (Elektronen, Protonen) strahlen Licht aus, wenn sie beschleunigt werden. Je nach Stärke der Beschleunigung eine andere Wellenlänge; sichtbares Licht liegt so bei 350 bis 700 Nanometer, das Röntgenspektrum beginnt irgendwo unter 10 Nanometer, die harte Röntgenstrahlung ist im Angstrom-Bereich (0.1 Nanometer) angesiedelt.

Da die Teilchen auf eine Kreisbahn gezwungen werden (dies geht ganz einfach mit Magneten), strahlen sie. Die Stärke wiederum ist proportional zu m^{-4}. Da Protonen über tausendmal schwerer sind, strahlen sie praktisch nicht. Mit ein Grund, warum man am LHC Protonen beschleunigt: Sie lassen sich bei kleineren Verlusten auf höhere Energien (Geschwindigkeiten) beschleunigen.

Weiter geht’s:

Früher, da gab’s dann große Grenzübertritte von der Schweiz in die EU. Seit einigen Wochen aber liegt auch Genf in Schengen.

Ab Genf sind es nur noch zwei Stunden im Regionalexpress bis nach Grenoble.

Alles in allem ist so eine Fahrt für nur knapp über zehn Stunden zu haben, zum Vorzugspreis von ebenfalls nur knapp über hundert Euro (inklusive Bahncard 50).

Zum Vergleich: Göttingen –ICE–> Frankfurt –Flugzeug–> Lyon –Bus–> Grenoble dauert etwa sieben bis acht Stunden; Preis: variabel, im günstigsten Fall aber ähnlich. Per Auto sind es ab Göttingen ziemlich genau 1000 Kilometer (also 1 Mm); mit entsprechenden Pausen dauert das länger als die Zugfahrt.

Prochain arret: Grenoble.
mo

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