Archiv für Juni 2010


PPP – Die Abschluss-Präsentation

24. Juni 2010 - 19:29 Uhr

– oder auch: Durchhalten bis zum bitteren Ende

So hatte ich mir das ja nicht vorgestellt.
Dabei fing alles vielversprechend an:
Pünktlich zur Mittagszeit tauchten viele 4.-Semester mit vielen Rollen und Postern im Foyer der Physik auf und bauten auf vielen Stellwänden und Tischen die Vorstellung ihrer Projekte auf.
Und nachdem alle ein Semester an ihrem Projekt gearbeitet hatten, war es ein tolles Gefühl, das fertige Poster in riesig groß und fertig dort hängen zu sehen und neugieren Mitstudenten von der eigenen Arbeit zu erzählen. Endlich haben wir etwas eigenes, endlich haben wir etwas selbständig gemacht und durften uns zum ersten Mal wie kleine richtige Physiker fühlen! 😉
Dementsprechend war die Atmosphäre gut und nachdem drei Gruppen ihr Projekt im HS1 dem ganzen Hörsaal präsentiert hatten, ging es nun mit viel Spannung an die einzelnen Poster-Präsentationen.

Und ab da fing es an.
Gefühlte 150 Menschen im Foyer auf engstem Raum gesteckt, 2 Männer, die sich ihren Weg von Poster zu Poster bahnen, um ihre Noten zu verteilen, Stimmengewirr, es ist heiß und stickig, man versteht kaum den Nebenmann, es wird heißer und heißer, puh, wann sind wir denn endlich dran, häh? geht das hier nicht nach irgendeiner Reihenfolge?, es ist so heiß und warum steht der schon seit 25 Minuten an diesem einen Poster, der Hals wird trocken, die Köpfe werden rot, tick-tack-tick-tack, schnell ein Eis in der CaPhy, tick-tack-tick-tack, wart ihr schon dran?, tick-tack-tick-tack, die Luft ist raus, die Motivation auch, man kann doch nicht drei Stunden auf einer Stelle stehen und auf seinen Einsatz warten, hört der mir überhaupt noch zu?!, tick-tack-tick-tack, was für ein vergeudeter Nachmittag, tick-tack-tick-tack,…

Schade – das hätte man besser organisieren können!

Aber hier noch ein paar Impressionen vom gut gelaunten Anfang! 😉

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Ein ganz normaler Tag…

22. Juni 2010 - 21:45 Uhr

…sah heute bei mir so aus:

  • 8.15h
    Mein Wecker klingelt und reißt mich mitten aus meinen Träumen. Gestern Abend habe ich mich mit Freunden getroffen und wie so oft ist es natürlich wieder viel zu spät geworden, um am nächsten Tag früh aufzustehen. Also krabbele und kämpfe ich mich noch leicht müde aus meinem Bett Richtung Bad.

  • Mit einer Tasse Schwarztee in der Hand schalte ich meinen Laptop an und checke kurz Nachrichten, eMails, und was es sonst so Neues gibt in der Welt. Natürlich gehört dazu auch der morgendliche Blick ins StudIP.

  • 9.40h
    Schnell packe ich meine Uni-Sachen zusammen, schwinge mich aufs Rad und fahre in die Mathe.

  • 10.00h
    In den letzten Tagen gab es in der Mathe einige interessante Kurzvorträge (u. a. auch für Studenten) und heute morgen nehme ich im Sitzungszimmer Platz und höre mir einen Vortrag zum „Basissatz von Hilbert“ an.
    Dieser Satz entstammt der algebraischen Geometrie, also eigentlich nicht so wirklich meinem Gebiet, aber trotzdem ist der Vortrag recht nett und ich kann der Vorlesung gut folgen.
    (Die Vorträge, die ich Freitag gehört habe, haben sich mit „Untermannigfaltigkeiten im R^n“ bzw. dem „Riemann-Lebesgue-Lemma“ befasst.)
    Ich sitze gerne in der Mathe und höre schlauen Menschen zu! 😉

  • 10.40h
    Schnell husche ich in meine Funktionalanalysis-Übung, zu der ich jetzt leider zu spät bin. Schade, denn ich habe einen guten HiWi, dem ich auch immer sehr gerne zuhöre! 😉

  • 11.45h
    Puh – erstmal schnell in die Mathe-Cafete und eine Tasse Kaffe und ein Brötchen holen, irgendwie bin ich noch immer nicht richtig wach! 😉

  • 12.15h
    Meine FA-Vorlesung beginnt und unser sympathischer Prof fängt heute mit Integralgleichungen (nicht ganz so bekannt wie Differentialgleichungen) an, nachdem wir uns die letzten Stunden mit kompakten und Fredholm Operatoren beschäftigt haben.

  • 13.05h
    Oh je, ich bin in den letzten Wochen Kaffee-süchtig geworden! 😉
    Schnell hole ich mir eine neue Tasse, um fit und munter mit genügend Koffein im Blut der zweiten Hälfte der Vorlesung folgen zu können.

  • 14.00h
    Ich schwinge mich aufs Rad und fahre durch die Innenstadt Richtung Z-Mensa, wo ich mit zwei Freunden verabredet bin.

  • 14.15h
    Wir sitzen draußen auf der Terrasse und genießen beim Essen die Sonne, die sich diesen Sommer hier in Göttingen viel zu selten zeigt!
  • 14.45h
    Vom zentralen Campus ist es nur einen Katzensprung bis zum ZESS und dort sitzen wir vorbildlich in der Mediothek und bearbeiten die Norwegisch-Hausaufgaben.

  • 15.15h
    Weiter geht es zum Nordcampus. Kurz in den CIP-Pool gesetzt, die Postervorlage für unser Projektpraktikum in ein PDF exportiert und weiter geht’s ins 2. Institut, um dort den Auftrag für den Posterdruck zu geben.
    (Es ist klar, dass der Drucker in der Bibliothek genau dann ausfällt, wenn ca. 30 Projektpraktikumsgruppen diesen Drucker diese Woche brauchen!)

  • Ich fahre zurück in die Stadt, kaufe kurz ein paar Kleinigkeiten ein und komme nach Hause.

  • Ja, jetzt müsste ich eigentlich mal ein bisschen Norwegisch lernen – nächste Woche schreibe ich die Klausur…
    Irgendwie finde ich es aber wichtiger, erstmal die Wohnung aufzuräumen, das habe ich schon so lange nicht mehr gemacht! 😉
    (Zettel rechne ich mittlerweile keine mehr – Zettel rechnen und parallel für die Klausuren lernen geht bei mir nicht ganz so gut!)

  • 19.30h
    Ich esse zu Abend und packe meine Norwegisch-Sachen ein. Los geht’s zu Norwegisch!
    Hmm…und ich bin müde und würde am liebsten zu Hause bleiben! 😉

  • 22.30h
    Ich komme nach Hause und sollte eigentlich bald ins Bett, morgen heißt es wieder früh aufstehen – es wartet ein neuer Tag!
    …Warum bin ich abends nie müde?!
    Schnell tippe ich noch diese Zeilen…
    Gute Nacht!

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Nicht verpassen –

16. Juni 2010 - 14:39 Uhr

Tag der offenen Tür! 🙂

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Mein 4. Semester

5. Juni 2010 - 16:20 Uhr

18 Monate lang schreibe ich nun schon Artikel für diesen Blog, seit knapp 2 Jahren lerne und lebe ich nun schon in Göttingen und ich werde nicht müde, zu sagen, wie schnell all diese Zeit vorüber streicht!

In drei Wochen läutet „Norwegisch 2“ meine nun schon vierte Klausurenphase ein und aus meinem Vorhaben, dieses Semester doch endlich alles besser zu machen und schon früh mit Zusammenfassen und Lernen anzufangen, ist natürlich nichts geworden! 😉

Die Zeit scheint aber geeignet, schon einmal zurückzublicken und eine kleine Zusammenfassung des bisher Erlebten zu geben:

Alles in allem ist das vierte Semester mein bisher coolstes Semester überhaupt! 🙂

Das mag zum einen daran liegen, dass Sommer ist.

Die Abende werden länger, ab und an (wenn es nicht gerade wieder einmal regnet), werde ich morgens von den ersten warmen Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher geweckt, nach der Mensa lädt die neue leckere Eisdiele in der Weenderstraße zu einem Schoko-Chilli- oder Milchschnitten-Eis ein, im Cheltenham-Park lockt der Duft von frisch Gegrilltem zum Verweilen ein und in den letzten Wochen war ich wohl öfter im GroMo als im ganzen WiSe davor!

Zum anderen wird es wohl daran liegen, dass man nach drei Semestern einfach abgehärtet ist – die Zettel bestimmen jetzt nicht mehr meine komplette Woche, viel eher gehört das Zettel-Rechnen nun zum Alltag dazu und fällt nicht mehr oder weniger auf als das tägliche Geschirr-Spülen oder das Fahrradfahren um von der Physik zur Mathe zu fahren….;-)

Und last but not least – dieses Semester höre ich endlich einmal wirklich interessante Vorlesungen!

Während mich die Vorlesungen im dritten Semester eher gelangweilt bis genervt haben und Diff 3 mein einziger Lichtblick war, ist das nun anders:

Als Überraschungserfolg ist hier an erster Stelle und „Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie“ zu nennen.

Die Maßtheorie beschäftigt sich mit der Frage, wie man denn überhaupt im R^n den Begriff des Volumens definieren kann und ganz natürlich baut sich auf dieser Frage die ganze Integrationstheorie auf und endlich ergibt alles Sinn!

Das in Diff 2 noch etwas holprig eingeführte Lebesgue-Integral fügt sich ebenso als kleines Puzzle-Teil in das große Ganze wie die von mir in der Schule verhasste Stochastik und ich frage mich, warum Maßtheorie erst so spät angeboten wird!

Ein super engagierter HiWi und eine sympathische Professorin runden die ganze Veranstaltung ideal ab!

Nicht weniger interessant, wenn auch ungleich schwieriger ist Funktionalanalysis.

Los ging es hier mit ein bisschen grundlegender Topologie zum Warmwerden, weiter ging es mit normierten Räumen und dann ganz lange Banachräumen.

Lustig wurde es, als die schwache und die schwach-*-Stern-Topologie eingeführt wurden und wir uns plötzlich im Tridualraum befanden.

Mittlerweile sind wir nach einem kleinen Intermezzo über Banachalgebren (Memo an mich selbst: grundlegende algebraische Konzepte wiederholen!^^) bei Hilberträumen angelangt und lernen gerade neues über Operatoren auf Hilberträumen.

Auch hier habe ich einen tollen HiWi und einen super Prof und es lohnt sich immer, in die Mathe zu fahren.

Von Physik kann ich das leider nicht behaupten! 😉

Nachdem Physik 4 stark angefangen hat, lässt es jetzt doch kontinuierlich nach – dass nach der Feinstruktur noch die Hyperfeinstruktur kommt, darauf hätte ich auch verzichten können…

Dafür ist der Übungsbetrieb in Physik 4 einfach super – die Zettel sind perfekt auf die Vorlesung abgestimmt, die Präsenzübung ergänzen die Vorlesung und Zettel gut (was man in QM nicht gerade sagen kann) und Literaturhinweise bieten Gelegenheit zum gezielten Nachschlagen. Einfach super!

Tja, und QM?

QM ist für mich dieses Semester wohl die größte Enttäuschung…irgendwie hatte ich einfach „mehr“ erwartet, als das, was dort geboten wird.

Statt Verstehen geht es nur um stupides Anwenden und Ausrechnen und die Antwort auf (fast) alles ist einfach „..schieben wir doch eine 1 ein!“…

Dass hier ein neues Übungskonzept ausprobiert werden sollte, war löblich, das Konzept ist in meinen Augen aber nach hinten losgegangen und einfach nur fehlgeschlagen. (Dazu werde ich mir in ein paar Tagen noch etwas ausführlicher Zeit für einen Extra-Artikel nehmen!)

Und weil das Wetter draußen so toll ist, werde ich an dieser Stelle auch aufhören – einen ersten Eindruck meines vierten Semesters habe ich wohl vermitteln können.

Genießt die Sonne! 🙂

PS: Wer hat Lust, Mittwoch leckeres Stickstoff-Eis zu essen?
Da ist nämlich jeder zum Sommerfest der Physik eingeladen!

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