Archiv für Mai 2009


Halbzeit

26. Mai 2009 - 09:35 Uhr

Ob man es glauben will oder nicht – die erste Hälfte des Semesters liegt nun schon wieder hinter uns, was ich heute zum Anlass nehme, doch mal ein kleines Resümee zu ziehen!

 

 

Was mache ich eigentlich gerade?

Diese Woche werden in den Vorlesungen die Zettel 6 bearbeitet bzw. abgegeben. Die 6 ist dabei eine außerordentlich wundervolle Zahl – denn von den insgesamt 12 Zetteln, die wir zu bearbeiten haben, markiert sie den Wendepunkt.

Ab jetzt zählt man rückwärts, ab jetzt rückt von Woche zu Woche das baldige Ende des Rechnens und Aufgabenlösens immer näher – ein gutes Gefühl! 🙂

Doch was mache ich eigentlich wirklich?

Zugegeben, die Aussage „Zettel rechnen“ gibt nicht ganz so viel Aufschluss darüber, mit was ich mich Woche für Woche beschäftige.

Montags ist für mich immer AGLA-Tag, denn dienstagmorgens müssen wir vor der Vorlesung den AGLA-Zettel abgeben, und irgendwie schaffe ich es gerade in AGLA nie, aber wirklich nie, vor Montag schon mal fertig geworden zu sein! 😉
Momentan befassen wir uns dabei mit Gruppentheorie und eine Aufgabe des aktuellen Zettels sah so aus:

 

Sei K ein Kubus und G = Sym(K) seine Symmetriegruppe.

Wir werden die Bahnformel benutzen, um die Ordnung von G zu bestimmen.

Für eine Teilmenge X  von  K haben wir die (mengenweise) Stabilisatorgruppe

GX := (fg Sym(K) : g _ X = Xg)

a) Sei P ein Eckpunkt von K. Zeige, dass GP isomorph ist zu S3.

b) Bestimme die Länge der Bahn G _ P und die Ordnung |G| von G.

c) Sei F eine Fläche von K. Bestimme die Länge der Bahn G _ F und die Ordnung

von GF . Berechne daraus |G|.

d) Finde vier Teilmengen T1; T2; T3; T4  von K, die von G permutiert werden, so dass

der zugehörige Gruppenhomomorphismus Φ surjektiv ist.

e) Beschreibe alle Elemente von Kern Φ. (Es gibt nicht viele…)“

 

Dienstag und Mittwoch kommt dann zum Glück der Diff-Zettel an die Reihe, der Donnerstagmorgen abgegeben werden muss. Während die Bearbeitung des AGLA-Zettels für mich selten wirklich angenehm ist, macht Diff einfach nur Spaß, wobei es sicherlich viele gibt, denen es genau andersherum geht – das ist wohl Geschmacksache. 😉

In Diff 2 verallgemeinern wir dieses Semester die grundlegenden Konzepte aus Diff 1 (Stetigkeit, Konvergenz, Differenzierbarkeit,…) auf metrische bzw. höherdimensionale Räume.

Eine Aufgabe sieht z.B. so aus:

 

„Sei f(x, y) = y^2-3x^2y+2x^4

i) Zu zeigen: Die Funktion ga(x) = f(x, ax) hat für jedes a R in x = 0 ein relatives

Minimum.

ii) Hat f(x, y) selber in (0, 0) ein relatives Minimum?“

 

Je nachdem wie gut ich mit den Mathe-Zetteln vorangekommen bin bzw. was ich während der Woche noch vorhabe, kommen dann die nachfolgenden Tage in unterschiedlicher Reihenfolge der Physik-Zettel, die Ausarbeitung für EPN und das Protokoll für das Praktikum.

In Physik beschäftigen wir uns dieses Semester (nach einem kurzen Crashkurs in Vektoranalysis zu Anfang) bisher mit Elektro- und Magnetostatik, was in den nächsten Wochen natürlich erweitert wird zur Elektro- und Magnetodynamik, bis wir letztendlich zur speziellen Relativitätstheorie kommen werden.

Das müssen wir z.B. diese Woche lösen:

 

„Das Wassermolekül H2O besitzt ein elektrisches Dipolmoment. Der Abstand O-H beträgt 96 pm und die Achsen schließen einen Winkel von circa 105° ein. Daraus resultiert ein Dipolmoment p = 6, 22 * 10^30 Cm.

Berechnen Sie das elektrische Feld E an einem Punkt P der 1 cm vom Mittelpunkt des Moleküls entfernt ist.“

 

 

Und ist das alles mehr Arbeit als im ersten Semester?

Definitiv ja! Wobei ich hier anmerken sollte, dass AGLA 2 und Diff 2 eigentlich nicht auf dem Lehrplan eines Standardphysikstudenten im 2. Semester stehen – die beiden Vorlesungen höre ich einfach zum Spaß und aus Interesse! 😉

Und obwohl es im Vergleich mehr Arbeit ist als im ersten Semester, fällt es mir doch sehr viel leichter als damals, alles unter einen Hut zu kriegen und alles zu bearbeiten. Man lernt halt einfach, arbeitseffizienter zu werden! 😉

 

Ist es schwieriger geworden?

Jain…das ist nicht so einfach zu beantworten.

Objektiv betrachtet ist es wahrscheinlich schwieriger geworden, immerhin ist es ja das 2. Semester, das auf vielem aufbaut, was wir im ersten Semester gehört haben, also wird es wohl nicht unbedingt einfacher geworden sein.

Subjektiv betrachtet finde ich aber alles sehr viel einfacher. Ich verstehe den Stoff schneller und besser als noch am Anfang und mir fällt die Bearbeitung der Zettel viel, viel leichter. Ob das daran liegt, dass ich besser geworden bin? Vielleicht! 😛

 

 

Macht es mehr Spaß?

Absolut ja! 🙂

 

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SOMMER…semester

19. Mai 2009 - 18:28 Uhr

Der Wecker klingelt – müde zieht man sich an und tappst ins Bad um wenigstens halbwegs vorzeigbar in der Uni zu erscheinen. Beim kurzen Frühstück der erste Blick nach draußen: Es ist stockdunkel – toll, sehr motivationsfördernd. Schnell kramt man die nötigen Blöcke und Zettel zusammen und schaut noch einmal genauer nach draußen. Im Licht der Straßenlaternen sieht man leichten, doch stetigen Nieselregen, der langsam aber sicher den Schnee überall tauen lässt. Na toll – also noch ein zweites paar Strümpfe holen, in die Stiefel schlüpfen und so viele Jacken übereinander ziehen, wie es möglich ist. Mütze und Handschuhe nicht vergessen und zu guter letzt das quietschgelbe Regencape übergeworfen (- man sieht es ja nicht ein, sich ein komplettes Ski-Set zuzulegen, nur um morgens den Weg zur Uni zu bestreiten!) um sich dann geschwind aus der Tür und auf das nasse Fahrrad zu schwingen.

Die Augen zu Schlitzen verengt kämpft man sich durch den Regen – der Wind scheint dabei radial von der Norduni zu allen Seiten zu wehen – auf jeden Fall ist immer Gegenwind und die peitschende Kälte lässt schon nach wenigen hundert Metern die Augen tränen und die Nase laufen (warum habe ich mich heute morgen eigentlich im Bad zurecht gemacht?!?).
*Pflatsch* – der Laster neben einem scheint kein Erbarmen mit armen Fahrradfahrer zu haben – warum auch? Trotz Cape ist die Hose schon in der Robert-Koch-Straße vollkommen durchgeweicht und die vielen Schichten Stoff machen das Fahren den leichten Berg hinauf auch nicht einfacher. Endlich taucht die Physik am Horizont auf (es ist natürlich noch nicht viel heller geworden) und mittlerweile pitsche-patsche-nass sucht man schnell einen Platz fürs Fahrrad und geht schnellen Schrittes ins Foyer, wo erstmal die Nase geputzt und die vielen Jacken und die Wollmütze (warum habe ich heute Morgen meine Haare gewaschen?!?) ausgezogen werden. Zum Glück gibt es im HS1 viele große Heizungen, die gleich als Kleider-Trockner umfunktioniert werden und schon jetzt genervt vom Tag setzt man sich dann doch um der Vorlesung aufmerksam (und mit nassen Hosen) zu folgen….

……..hmmm….Moment mal…….Warum spielt der Prof denn jetzt schon seit 30 Minuten mit der Feder und dem Massestück herum?….hmmm….40 Minuten…..50……hmmm….warum bin ich heute eigentlich aufgestanden…?!?

 

 

 

6 Monate später:

 

Die Sonne strahlt und nur ein paar kleine weiße Wölkchen ziehen langsam am Himmel vorbei und spiegeln sich im Teich der Physik. Goldfische schwimmen gemütlich ihre Bahnen und während man den Blick über die grünen Wiesen gleiten und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lässt, spielt man in Gedanken gerade die Lösung vom neuen Zettel durch. Natürlich! Schnell schreibt man die Idee auf, bringt ein paar Zeilen zu Papier und schwenkt weiter den Gedanken folgend den Blick zur Physik.
Hmm, das Eis, was der da isst, sieht aber lecker aus – hmm, vielleicht macht man mal eine kleine kreative Denkpause und gönnt sich ein Nogger mit Karamellkern…wobei – Nougat ist ja auch nicht übel…;-)

Entspannt das Eis lutschend wirft man einen Blick auf die Uhr und schlendert langsam zur nächsten Übung – während draußen auf der Wiese gerade Volleyball-Teams gebildet werden….

 

Ach ja, Sommersemester hat schon was! 🙂

 

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“Ich bin erstaunt,…

12. Mai 2009 - 21:33 Uhr

…wie wenig ich verstehe, nachdem ich so viel verstanden habe.”

Sagt Wolfgang Lück, Mathematikprofessor aus Münster und Leiter einer Arbeitsgruppe zum Thema Topologie.
Und nachdem ich meinen Abend heute mit dem Lösen des neuen Diff-Zettels verbracht habe, kann ich ihm da nur voll und ganz recht geben! 🙂

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Meine eigene Wohnung – Teil 3

10. Mai 2009 - 10:00 Uhr

Teil 3: Oh Gott, an was um Himmels Willen muss ich denn noch alles denken?!? (Survival-Tipps für den Bürokratie- und Behörden-Dschungel)

Ach ja, als Schüler lässt es sich schon leben – man wohnt bei den Eltern, wird bekocht und umsorgt und muss keine Minute an die nächste Stromrechnung oder fristgerechte Mietzahlung denken. Allein gestellt in einer neuen Stadt mit der ersten eigenen Wohnung sieht das natürlich anders aus und schnell wird man von der ganzen Informationsflut förmlich überrollt – als ob man mit dem Eingewöhnen und Kennenlernen der Uni und dem Schock nach den ersten Mathe- oder Physikzetteln nicht schon genug zu tun hätte! 😉

Als kleine Hilfe und Wegweiser im leider doch unübersehbaren Dschungel aus Verträgen, Fristen und Terminen, habe ich eine Übersicht erstellt.

Es folgt also eine (natürlich individuell beliebig erweiterbare) Check-Liste, an was man vor, während und nach einem Umzug bezüglich Behörden, Verträgen und Offiziellem alles denken muss und nicht vergessen sollte:

          Ummelden -> Innerhalb von einer Woche, nachdem du umgezogen bist, solltest du zum Neuen Rathaus gehen und dich im Einwohnermeldeamt ummelden. Natürlich musst du nicht deinen Erstwohnsitz nach Göttingen verlegen, allerdings kannst du dann auch nicht die Vorteile des Heimvorteils nutzen. Stell dich in jedem Fall auf längere Wartezeiten ein bzw. nimm dir etwas zum Lesen mit (alternativ: rechne die Hausaufgaben aus dem Vorkurs^^ – denn von der Mathe bis zum Rathaus sind es zu Fuß nur 5 Minuten), hier heißt es jetzt Nummer ziehen und warten. Was du dabei haben solltest: Personalausweis und wenn möglich auch schon Studentenausweis…

          Versicherungsschutz -> Ganz wichtig!!! Meldest du deinen Wohnsitz um, kann es sein, dass du nicht mehr über deine Eltern Haftschutz-versichert bist – das kommt auf die jeweilige Versicherung an, da sollten also du oder deine Eltern unbedingt rechtzeitig bei der Versicherung nachfragen!

          Kindergeld -> Auch hier solltest du am besten mit deinen Eltern zusammen überprüfen, unter welchen Bedingungen weiterhin Kindergeld bezahlt wird, denn fängst du nicht direkt nach dem Abi an zu studieren, kann es auch hier zu Problemen kommen…

          GEZ -> Hmm, naja, hier musst du dich nicht wirklich selbst drum kümmern, die GEZ wird sich schon bei dir melden…;-) Bekommst du Bafög, musst du sowieso nichts zahlen, andernfalls kannst du getrost die ersten paar Briefe ignorieren und wenn du mutig bist, auch die danach…;-)

          Strom -> Grundversorger ist in Göttingen eon- Mitte, allerdings solltest du im Internet per Preisvergleich recherchieren, ob es nicht billiger ist, zu einem anderen Anbieter zu wechseln – dann kannst du bares Geld sparen!

          Gas -> Wird deine Wohnung über eine Gastherme beheizt, musst du auch hier einen Vertrag abschließen. Zuständig sind die Stadtwerke Göttingen, wo du auch ganz bequem online den Antrag stellen kannst.

          Fernsehen -> Tja, als Physik-Student wird dir schon recht schnell die Zeit fehlen, überhaupt noch Fernseh zu gucken, aber wenn du darauf nicht verzichten willst, musst du dich auch hier noch um einen preiswerten Anschluss kümmern! 😉

          Telefon und Internet -> Kümmere dich so früh wie möglich um einen Vertrag bzw. Anschluss! Während es reicht, wenn du dich für Strom und Gas erst zum Einzug anmeldest, solltest du Telefon und Internet schon viele Wochen vorher anmelden, soweit dies möglich ist, denn die Anbieter lassen sich hier gerne Zeit: 5 Wochen waren bei mir nämlich noch zu kurz – ich saß dann erst mal ohne Verbindung zur Außenwelt in einer neuen Wohnung und bin immer in die Physik gefahren, um mal ins Internet zu kommen! 😛
Ach ja, und auch hier lohnt sich natürlich wieder ein Preisvergleich und evtl. Studententarife, die oft angeboten werden!

          Wasser -> Guck in den Mietvertrag – ist Wasser schon in den festen Nebenkosten oder musst du dich selbst darum kümmern?

          Bank? -> Ziehst du in eine andere Stadt, stellt sich die Frage, ob du bei deiner alten Bank bleiben willst (hier lohnt sich dann in jedem Fall Internet-Banking!!!) oder dir eine Bank hier in Göttingen suchen willst. Denke in jedem Fall rechtzeitig daran Daueraufträge für Miete etc. einzurichten, damit du nicht mal aus versehen eine Mietzahlung vergisst!^^

          Bafögantrag -> Auch hier gilt, lieber früher als später: Bafög wird rückwirkend ab dem Antragsmonat gestellt, reichst du den Antrag zu spät ein, verlierst du bares Geld – zuständig ist das Studentenwerk im Zentralcampus – hier kannst du alle Fragen stellen und wirst gut beraten.

        Und was sonst noch so dazu gehört ->  Wenn du nicht von zu Hause ausziehst, sondern schon eine eigene Wohnung/WG hattest, denke daran, den alten Mietvertrag zu kündigen und das Kleingedruckte zu beachten: musst du die alte Wohnung renovieren?
->  Die Änderung deiner Adresse und Telefonnummer solltest du rechtzeitig deinen Freunden mitteilen, aber auch evtl. Abos ummelden, Bahncard oder andere Kundenkarten auf die Änderung umstellen und auch deine Ärzte brauchen die aktuelle Adresse. 

-> Fazit: Informieren, informieren, informieren ist das Motto!
    Und leider kommt man nicht drum rum! 😉

 

 

…Und was dich im nächsten Teil erwartet: “Möbel, Farben und Kartons – der Umzug” …

 

 

 

 

3 Kommentare » | Studieren in Göttingen

     

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