Kategorie: Studium allgemein


Wie diszipliniert ist der Mensch?

7. Dezember 2010 - 20:05 Uhr

Kaum hat der erste, dauerhafte Schnee die Straßen bedeckt und der Weihnachtsmarkt seine Pforten geöffnet, zieht es manch einen Studenten nach dem Ende des letzten Seminars zu einer Tasse Glühwein neben das Gänseliesl.  Nachdem ich nach einem solchen Genuss gemächlich mit dem Bus nach Hause fuhr, fragte ich mich bei einem nachdenklichen Blick nach draußen, wie diszipliniert ich eigentlich bin.

Nachdem das Semester inzwischen seinen gewohnten Gang geht, ich meinen Stundenplan auswendig kenne, mir all die Räume aber wohl nie merken werde, habe ich auch einen Überblick über das wöchentlich zu bewältigende Pensum gewonnen. Während ich in Erdkunde wahrscheinlich mehr für Kartographie tun sollte, als meine Weltkarte über dem Schreibtisch zu bewundern (obwohl ich nun weiß, dass sie zylindrischer Darstellung ist und mit starker Verzerrung zu den Polen hin gestaltet wurde), lese ich in Deutsch fleißig Werke zu Epik, Lyrik und Dramatik und bewundere meine Fähigkeit zum Neologismus in Mediävistik.

Als würde dies aber noch nicht genügen, hatte ich mir zum Ziel gesetzt eine bestandene Klausur aus dem SoSe erneut zu schreiben. In der Geographie erhält jeder Student pro Modul einen Freiversuch, sodass er eine Klausur erneut schreiben kann, auch wenn er diese bestanden hat. Da ich in den Sommermonaten unglaublich motiviert war und mir dachte, meine nicht so berauschende Note leicht verbessern zu können, nahm ich mir vor erneut zu schreiben. Wer konnte auch ahnen, dass der Nachschreibtermin auf Dezember angesetzt werden würde. So stellte ich Mitte November überrascht fest, dass „Relief und Boden“ nicht strahlend in einer Ecke meines Langzeitgedächtnisses auf mich gewartet hatte, sondern beleidigt von dannen gezogen war. Also hieß es erneut Exkursionsprotokolle wälzen, Bodentypen anschauen und Schneegrenzen zu berechnen und während all dieser Zeit fragte ich mich immer wieder: Willst du das wirklich? Da waren all die anderen Dinge, die liegen blieben- denn eine Klausur mitten im Semester nachzuschreiben ist nicht so leicht, wie man sich das vielleicht denken mag. Irgendwie schaffte ich es dennoch einigermaßen zu lernen (auch wenn ich munter Abstriche machte) und mich an diesem Montagmorgen in den Hörsaal zu schleppen. Die Moral von der Geschicht? Nun, ein Kunstwerk ist es wahrscheinlich nicht geworden, aber ich bin dennoch froh es versucht zu haben. So kann ich mich nun wenigstens vor der Was-wäre-wenn-Frage drücken.

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Rückblick

15. November 2010 - 20:12 Uhr

Unglaublich aber wahr- nun ist die  vorlesungsfreie Zeit auch schon wieder rum und das WiSe 10/11 hat begonnen!

Dabei kann ich mich noch genau an meinen Unistart vor einem Jahr erinnern. Kaum hatte ich mein WG- Zimmer bezogen, begann auch schon die Erstsemester-Fahrt der philosophischen Fakultät, wo sich neben Workshops und Vorträgen auch noch genügend Zeit fand, um die ersten Kommilitonen kennenzulernen.

Anschließend begann die Zeit der großen Verwirrung. Nachdem ich erst einmal verzweifelt in den Glaskasten gestürmt war, weil ich nicht in der Lage war mich bei studip anzumelden, (damals musste man sich erst registrieren um irgendwelche Anwendungen nutzen zu können) schaffte ich es mich in allen notwendigen Seminaren anzumelden und diese trotz des langen  Winters auch fleißig zu besuchen. Während ich von den Veranstaltungen der Geographie stets begeistert war- „Einführung in das Geosystem Erde“ verschafft einen wunderbaren Überblick über die zahlreichen Themengebiete der Geographie- merkte ich in Französisch schon nach einigen Wochen, dass sich das irgendwie nicht so richtig anfühlte. Und da mein Bauchgefühl und ich schon immer gut miteinander konnten, fand ich mich in Semester Nummer zwei ausschließlich in den geographischen Modulen und der „Einführung in die Schulpädagogik“ wieder. Während ich darauf wartete, dass ich zum Wintersemester das Studienfach wechseln konnte, zog ich mein Orientierungspraktikum vor und arbeitete einen Tag in der Woche in der IGS Bovenden. Dort begleitete ich vormittags den Unterricht einer fünften Klasse und leitete nachmittags gemeinsam mit einer Kommilitonin das Forderprojekt Deutsch, wo wir die Schülerzeitung „La Escuela“ ins Leben riefen.

Im Sommersemester waren die drei Exkursionen, die es mit dem Modul „Relief und Boden“ zu absolvieren galt, ein echtes Highlight. Dabei wagten wir uns todesmutig durch den Göttinger Wald, den Südharz und auf den Brocken und konnten endlich all das Wissen anwenden, was wir uns zuvor in den Vorlesungen angeeignet hatten. Auch das Modul „Kultur- und Sozialgeographie“ wurde durch Exkursionen in die Göttinger Innenstadt und nach Weende aufgelockert. Zusammenfassend also ein Semester, das keinesfalls theoretisch ausgelegt war.

Nun stellt sich die Frage, warum ich mich letzten Endes entschieden habe Deutsch zu studieren. Die Entscheidung Französisch zu nehmen kam eher vom Kopf her. Ich wollte ein Fach studieren, was auf dem Arbeitsmarkt gesucht ist. Doch gefühlsmäßig kam ich nie im romanischen Seminar an und fühlte mich in den Veranstaltungen wie eine Fremde. Da man als Lehrer aber nur dann motiviert unterrichten kann, wenn man hinter seinen Fächern steht, entschied ich mich auf meinen Bauch zu hören- und der verlangte nach Deutsch.

Seien wir also gespannt, was das neue Semester und das neue Studienfach so mit sich bringen werden…

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