Ich studier’ dann mal Deutsch…

24. Februar 2011 - 15:29 Uhr

Als ich an diesem Morgen motiviert im UniVZ unterwegs war, um meinen Stundenplan für das SoSe zusammenzustellen, fiel mir auf, dass mein erstes Semester als Germanistik-Studentin doch tatsächlich schon vorbei ist. Aus diesem Grund folgt nun eine kleine Zusammenfassung:

Das erste Semester bestand aus einer Grundlagenvorlesung und drei Seminaren zur Mediävistik, Linguistik und Literaturwissenschaft.

Im Basisseminar 1.1 der Mediävistik kam ich mir zunächst ein wenig vor, als würde ich eine neue Sprache lernen und keine ältere Sprachform des Neuhochdeutschen. Doch mit der Zeit und der entsprechenden Grammatik, begann ich den seltsamen Wortformen einen Sinn einzuhauchen. Die mittelhochdeutschen Texte boten dabei genügend Möglichkeiten meine Übersetzungswut auszuleben, sodass manch kurioses Werk entstand.

In der Linguistik fühlte ich mich gleich recht heimisch, da ich bereits in Französisch ein ähnliches Modul besucht hatte. Grundsätzlich lehrt die Sprachwissenschaft uns die Muster nach denen wir Laute, Wörter und Sätze bilden. Dabei malte ich fleißig Phrasenstrukturbäume, zerteilte Wörter in ihre einzelnen Morpheme und transkribierte Wörter. Es gab manch einen Tag, an dem ich vor meinem Schreibtisch saß und immerwährend „Ente“ vor mich hin murmelte- ein moderner Ohrwurm!

Die Literaturwissenschaft wartete mit einem großen Pensum auf mich. Sowohl Epik, Lyrik als auch Dramatik wollten kurz umrissen und mit geeigneten Texten veranschaulicht werden. Tatsächlich war dieses Seminar ein wenig trocken, doch bestimmte Grundlagen müssen einfach verinnerlicht werden um das zu begreifen, was irgendwann folgt. Außerdem war es doch recht amüsant festzustellen, dass ich in der Lage bin ein Werk zu lesen, es schlecht zu finden und dann zu bemerken, dass ich es schon einmal gelesen und ebenso bemängelt habe…

In der Vorlesung fühlte ich mich gelegentlich ein wenig erschlagen, empfehle aber dennoch die Vorlesungen zur Propädeutik, wo erklärt wird, wie man als Student wissenschaftlich arbeitet.

Nachdem ich vor einiger Zeit beschlossen hatte zu Deutsch zu wechseln, kann ich nun sagen: Ich werde bleiben!

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Zwischen Isobaren und Monsun

17. Januar 2011 - 16:38 Uhr

Nachdem die Feiertage nun im vergangenen Jahr und damit sehr weit weg liegen, hat mich das universitäre Leben wieder. Während ich also ganz motiviert meine TAN-Liste suchte um mich in FlexNow für all meine Klausuren anzumelden, wurde mir beim Anblick der Daten schmerzlichst bewusst, dass Anfang Februar irgendwie „bald“ ist. Aber wie lernt es sich am Besten? Jeden Tag etwas anderes, damit man sich ja nicht langweilt oder doch lieber alles in deftigen Happen? Erst die Klausur, die am nächsten dran liegt, die mit dem meisten Stoff oder dann doch eher das Modul, auf das man gerade die größte Lust hat?

Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit meinem faulen und meinem vernünftigen Ich entschied ich mich für Klima und Gewässer. Eine Vorlesung, in der ich körperlich immer anwesend bin, geistig aber oft von dannen ziehe. So interessant Klimatologie und Hydrologie auch sein mögen, um so mehr schockiert es als mich als Menschen, der ja immer nur in den Laber-Fächern gut war, dass auf einmal mit chemischen und physikalischen Phrasen um sich geworfen wird: Strahlungshaushalte, Abflussgrößen, Zusammensetzung der Atmosphäre- kann ich nicht einfach den Wasserkreislauf malen? Aber wozu gibt es Bücher und das Internet und stille Orte wie die SUB, wo ich nicht in der Lage bin doch wieder in die Weiten der sozialen Netzwerke abzudriften und einfach nichts zu tun.

Letztendlich lernt ein jeder auf seine Weise. Der eine arbeitet schon im Semester alle Vorlesungen nach, der andere bekommt ein schlechtes Gewissen, wenn er zu später Tageszeit an der Bibliothek vorbei geht und dort tatsächlich Menschen sitzen sieht. Wichtig ist nur, dass jeder seinen Rhythmus findet und keine Panik bekommt, wenn Andere stolz aufzählen wie weit sie sind. Immerhin ist der Mensch ja ein Individuum…

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Wie diszipliniert ist der Mensch?

7. Dezember 2010 - 20:05 Uhr

Kaum hat der erste, dauerhafte Schnee die Straßen bedeckt und der Weihnachtsmarkt seine Pforten geöffnet, zieht es manch einen Studenten nach dem Ende des letzten Seminars zu einer Tasse Glühwein neben das Gänseliesl.  Nachdem ich nach einem solchen Genuss gemächlich mit dem Bus nach Hause fuhr, fragte ich mich bei einem nachdenklichen Blick nach draußen, wie diszipliniert ich eigentlich bin.

Nachdem das Semester inzwischen seinen gewohnten Gang geht, ich meinen Stundenplan auswendig kenne, mir all die Räume aber wohl nie merken werde, habe ich auch einen Überblick über das wöchentlich zu bewältigende Pensum gewonnen. Während ich in Erdkunde wahrscheinlich mehr für Kartographie tun sollte, als meine Weltkarte über dem Schreibtisch zu bewundern (obwohl ich nun weiß, dass sie zylindrischer Darstellung ist und mit starker Verzerrung zu den Polen hin gestaltet wurde), lese ich in Deutsch fleißig Werke zu Epik, Lyrik und Dramatik und bewundere meine Fähigkeit zum Neologismus in Mediävistik.

Als würde dies aber noch nicht genügen, hatte ich mir zum Ziel gesetzt eine bestandene Klausur aus dem SoSe erneut zu schreiben. In der Geographie erhält jeder Student pro Modul einen Freiversuch, sodass er eine Klausur erneut schreiben kann, auch wenn er diese bestanden hat. Da ich in den Sommermonaten unglaublich motiviert war und mir dachte, meine nicht so berauschende Note leicht verbessern zu können, nahm ich mir vor erneut zu schreiben. Wer konnte auch ahnen, dass der Nachschreibtermin auf Dezember angesetzt werden würde. So stellte ich Mitte November überrascht fest, dass „Relief und Boden“ nicht strahlend in einer Ecke meines Langzeitgedächtnisses auf mich gewartet hatte, sondern beleidigt von dannen gezogen war. Also hieß es erneut Exkursionsprotokolle wälzen, Bodentypen anschauen und Schneegrenzen zu berechnen und während all dieser Zeit fragte ich mich immer wieder: Willst du das wirklich? Da waren all die anderen Dinge, die liegen blieben- denn eine Klausur mitten im Semester nachzuschreiben ist nicht so leicht, wie man sich das vielleicht denken mag. Irgendwie schaffte ich es dennoch einigermaßen zu lernen (auch wenn ich munter Abstriche machte) und mich an diesem Montagmorgen in den Hörsaal zu schleppen. Die Moral von der Geschicht? Nun, ein Kunstwerk ist es wahrscheinlich nicht geworden, aber ich bin dennoch froh es versucht zu haben. So kann ich mich nun wenigstens vor der Was-wäre-wenn-Frage drücken.

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Rückblick

15. November 2010 - 20:12 Uhr

Unglaublich aber wahr- nun ist die  vorlesungsfreie Zeit auch schon wieder rum und das WiSe 10/11 hat begonnen!

Dabei kann ich mich noch genau an meinen Unistart vor einem Jahr erinnern. Kaum hatte ich mein WG- Zimmer bezogen, begann auch schon die Erstsemester-Fahrt der philosophischen Fakultät, wo sich neben Workshops und Vorträgen auch noch genügend Zeit fand, um die ersten Kommilitonen kennenzulernen.

Anschließend begann die Zeit der großen Verwirrung. Nachdem ich erst einmal verzweifelt in den Glaskasten gestürmt war, weil ich nicht in der Lage war mich bei studip anzumelden, (damals musste man sich erst registrieren um irgendwelche Anwendungen nutzen zu können) schaffte ich es mich in allen notwendigen Seminaren anzumelden und diese trotz des langen  Winters auch fleißig zu besuchen. Während ich von den Veranstaltungen der Geographie stets begeistert war- „Einführung in das Geosystem Erde“ verschafft einen wunderbaren Überblick über die zahlreichen Themengebiete der Geographie- merkte ich in Französisch schon nach einigen Wochen, dass sich das irgendwie nicht so richtig anfühlte. Und da mein Bauchgefühl und ich schon immer gut miteinander konnten, fand ich mich in Semester Nummer zwei ausschließlich in den geographischen Modulen und der „Einführung in die Schulpädagogik“ wieder. Während ich darauf wartete, dass ich zum Wintersemester das Studienfach wechseln konnte, zog ich mein Orientierungspraktikum vor und arbeitete einen Tag in der Woche in der IGS Bovenden. Dort begleitete ich vormittags den Unterricht einer fünften Klasse und leitete nachmittags gemeinsam mit einer Kommilitonin das Forderprojekt Deutsch, wo wir die Schülerzeitung „La Escuela“ ins Leben riefen.

Im Sommersemester waren die drei Exkursionen, die es mit dem Modul „Relief und Boden“ zu absolvieren galt, ein echtes Highlight. Dabei wagten wir uns todesmutig durch den Göttinger Wald, den Südharz und auf den Brocken und konnten endlich all das Wissen anwenden, was wir uns zuvor in den Vorlesungen angeeignet hatten. Auch das Modul „Kultur- und Sozialgeographie“ wurde durch Exkursionen in die Göttinger Innenstadt und nach Weende aufgelockert. Zusammenfassend also ein Semester, das keinesfalls theoretisch ausgelegt war.

Nun stellt sich die Frage, warum ich mich letzten Endes entschieden habe Deutsch zu studieren. Die Entscheidung Französisch zu nehmen kam eher vom Kopf her. Ich wollte ein Fach studieren, was auf dem Arbeitsmarkt gesucht ist. Doch gefühlsmäßig kam ich nie im romanischen Seminar an und fühlte mich in den Veranstaltungen wie eine Fremde. Da man als Lehrer aber nur dann motiviert unterrichten kann, wenn man hinter seinen Fächern steht, entschied ich mich auf meinen Bauch zu hören- und der verlangte nach Deutsch.

Seien wir also gespannt, was das neue Semester und das neue Studienfach so mit sich bringen werden…

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Über mich

11. November 2010 - 21:45 Uhr

Georg Christoph Lichtenberg, ein deutscher Schriftsteller und Physiker sagte einmal, dass man erst dann andere Menschen kennen lernen kann, wenn man sich selbst recht kennt- also, wer bin ich?

Ich heiße Madeline, bin 20 Jahre alt und studiere Erdkunde im 3. und Deutsch im 1. Semester. Genau wie Lichtenberg hat es auch mich nach Göttingen verschlagen, wo ich seit dem WiSe 09/10 im 2- Fach-Bachelor Lehramt studiere. Nachdem ich mich in den ersten beiden Semestern noch im französischen Seminar verirrt hatte, zieht es mich nun doch zur Germanistik und somit zu den großen Dichtern und Denkern der letzten Jahrhunderte.

Entgegen vieler Vorurteile studiere ich Lehramt ohne auf

a)      lange Ferien

b)      viel Ruhm und Reichtum

c)      ein Leben im Beamtenstatus

zu hoffen, sondern aus der reinen Motivation heraus die Entwicklung des jungen Geistes zu fördern und zu fordern. Dass es mich dabei nach Göttingen verschlug liegt größtenteils daran, dass ich zwar von zu Hause ausziehen wollte, den Service der deutschen Bahn aber doch nicht so sehr schätze, dass ich ihn stundenlang genießen möchte.

Wenn ich nicht gerade zwischen Norduni, Hauptcampus und Waldweg hin und her radele, mich in der SUB verschanze oder einen gemütlichen Plausch im Café Central genieße, lese und schreibe ich viel, besuche den Poetry Slam im THOP und die zahlreichen Theateraufführungen im Jungen Theater und arbeite in einer der zahlreichen Göttinger Buchhandlungen.

Nach zwei Semestern in der Studentenstadt Göttingen und den verbundenen Hochs und Tiefs, (meist einhergehend mit Semesterbeginn und Klausurenphase) habe ich mich vollkommen eingelebt und hoffe euch mit diesem Blog einen realistischen Eindruck vom Studentenleben in Zeiten des Bachelors vermitteln zu können!

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