Kategorie: Studieren in Göttingen


CCC11 — Computer Crash Course 2011

4. März 2011 - 15:42 Uhr

Diese Woche war wieder der Computer Crash Course der Fachschaft Physik, in dem Erstsemester in angenehmer Atmosphäre alles nötige lernen, um in ihrem zweiten Semester Praktikumsprotokolle (vernünftig) mit dem Computer schreiben zu können. Der Kurs läuft über vier Tage jeweils von 9.00 bis 16.00 Uhr, ist komplett freiwillig und lockt trotzdem in jedem Jahr eine Menge Teilnehmer an.

Vormittags gibt es zwei Stunden lang Vorträge von Studenten für Studenten, nach einer Mittagspause jeweils eine Rechnerübung zu den Themen des Tages und anschließend einen weiteren Vortrag. Wie schon im letzten Jahr habe ich den Vortrag über das Plot-Programm gnuplot gehalten und die dazugehörige Übung ausgearbeitet. Diesen Vortrag möchte ich hier auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Viel Spaß dabei!

1.012 Kommentare » | Physik studieren, Studieren in Göttingen, Uncategorized

Nordlichter über Norddeutschland

17. Februar 2011 - 11:25 Uhr

Wir sind zwar nicht so richtig im Norden in Göttingen, aber trotzdem gibt es heute Abend evtl. Nordlichter am Stadthimmel [1]. Wieso das? Nordlichter sieht man doch nur in Schweden/Norwegen/etc.?!

Ja das ist richtig, allerdings gab es Montag den größten »Solar Blast« der letzten vier Jahre! Bilder davon gibt es hier, zwei Videos kann man sich hier und hier ansehen. Video 1 zeigt meist den Verlauf vor dem Blast, auf dem zweiten sieht man dann schon jede Menge Störungen, die der Blast (≡geladener Teilchenschauer) auf dem CCD hinterlässt [2]. Noch mehr – inklusive zeitlichem Verlauf – gibt es auf der Seite des entsprechenden Programms der NASA im STEREO Science Center.

Und: Es gibt einen »Wetterbericht« fürs Weltall, auch wenn es der höchst selten bis in die Tagesthemen schafft. Das Space-Weather-Prediction-Center gibt sogar eine Karte heraus, mit der man etwa abschätzen kann, ob man in den Genuss von Nordlichtern kommt. Die aktuelle Voraussage gibt es hier und die macht doch ein wenig Hoffnung, dass man selbst in Göttingen mal Nordlichter sehen könnte! Falls es heute Abend nicht klappen sollte, wird man morgen sicherlich hier jede Menge schöne Fotos finden.

[1] Vorausgesetzt es regnet nicht und man kann die Sterne sehen..
[2] Am besten man lädt die Videos runter und schaut sie sich »langsamer« an, dann sieht man mehr.

324 Kommentare » | Fotos, Physik studieren, Studieren in Göttingen, Uncategorized

Fortgeschrittenenpraktikum

1. Februar 2011 - 18:00 Uhr

Mittlerweile habe auch ich mein Fortgeschrittenenpraktikum fast abgeschlossen und möchte es hier kurz und kompakt zusammenfassen. Im Bachelorstudiengang Physik muss man in Göttingen üblicherweise im Semester 5 ein weiteres Praktikum absolvieren. Nach den 30 Versuchen des Grundpraktikums, hat man nun lediglich 5 zu absolvieren, die man sich zu Beginn des Semesters selbst aussucht [1]. Wie schon im Grundpraktikum, muss man natürlich auch hier Protokolle anfertigen, die nach Vorgabe etwa 8 Seiten reinen Text + Abbildungen und Tabellen enthalten sollten. Jedes Protokoll wird benotet und die Endnote errechnet sich aus den Einzelnoten per Mittlung. Für den ganzen Spaß gibt es dann 3 lächerliche Credit Points, was der Sache nicht im Ansatz gerecht wird [2]!

Ich habe mir die folgenden 5 Versuche ausgesucht:

  1. A4 Dunkle Materie in Spiralgalaxien :
    Warum braucht man Dunkle Materie? Was gibt es für Modelle und wie würden die entsprechenden Rotationskurven aussehen? Eines der Modelle an vorgegebene Daten anpassen und das Ergebnis interpretieren.
  2. H2 Helium-Neon-und Halbleiterdiodenlaser:
    Einen Helium-Neon-Laser aufbauen, kalibrieren und den Strahl hinsichtlich Spektrum, Polarisation, Leistung und Stabilität untersuchen. Anschließend das Spektrum eines Halbleiterdiodenlasers als Funktion der Temperatur aufnehmen, indem der Laser mit flüssigem Stickstoff abgekühlt wird.
  3. G2 Angewandte Magnetik und Gravimetrie über einer Basaltintrusion:
    Im »Gelände« ein Messprofil über die Basaltintrusion legen und daran entlang die Variation der magnetischen und gravitativen Feldstärke messen. Aus den Daten mit entsprechenden Modellen auf die Form der unterliegenden Gesteinsschicht, deren Abstand zur Oberfläche und die Dichte von Basalt schließen. [3]
  4. A2 Kosmische Entfernungsbestimmung:
    Die Entfernung zur Großen Magellanschen Wolke über die Variation in der Helligkeit bestimmter veränderlicher Sterne (Cepheiden → Periode-Leuchtkraft-Beziehung) bestimmen. Ergebnis: Zwischen der LMC und uns liegen etwa 59 kpc ≈ 190.000 Lichtjahre (Literaturwert: 51 kpc)!
  5. H1 Rastertunnelmikroskopie:
    Im Wesentlichen: Kennenlernen des Rastertunnelmikroskops und wie man damit arbeitet Die Messspitze selber anfertigen, eine Graphitprobe präparieren und darauf dann die Gitterkonstante und eine atomare Stufe auf der Oberfläche vermessen. (Klingt einfach, ist aber gar nicht so einfach!)

Eigentlich haben alle Versuche Spaß gemacht, wobei natürlich einige in der Auswertung und Diskussion der Ergebnisse »umständlicher« und aufwendiger waren als andere. Dem entsprechend war auch der Umfang der Protokolle verschieden und es schien mir doch stark von den eigenen Interessengebieten abzuhängen, ob man nun ständig 15 oder 20seitige Protokolle abzugeben hatte. So gesehen könnte man die einzelnen Versuche sicher ein bisschen besser auf einander abstimmen, wobei meine Kritik sich stärker gegen die Terminvergabe und die geringe Gewichtung in der Endnote richtet.

[1] Es sei denn die Vergabe findet online während der Semesterferien statt, man selbst befindet sich im Urlaub und kann nach der Rückkehr nur noch aus einem recht begrenztem Angebot wählen…
[2] 3 CreditPoints = 90 Stunden Arbeit d.h. es bleiben abzüglich 5 Stunden Versuchsdurchführung noch etwa 13 Stunden pro Protokoll übrig. Jetzt gibt es im Wesentlichen zwei Strategien: 1) Minimaler Aufwand und schlampiges Protokoll (3 Credits zählen ja so gut wie nicht in der Endnote), dafür aber auch wenig Wissensgewinn oder 2) Gewissenhaftes Arbeiten und vernünftiges Protokoll, dafür zwar großen Wissensgewinn aber auch überdurchschnittlich hoher Zeitaufwand (umsonst gibt es schließlich nichts…). Verfolgt man die zweite Strategie (und genau die damit verbundene Arbeitsweise sollte man doch im Praktikum lernen!), so ist man sehr schnell oberhalb dieser 13 Stunden! Das passt nicht wirklich zusammen, zumal es zu Beginn des Studiums meiner Meinung nach wesentlich zu hoch gewichtete Veranstaltungen gibt, die nicht viel über den Wissensstand zum Zeitpunkt des Bachelorzeugnisses aussagen.
[3] Dieser Versuch fand am 01.12 statt: Außentemperatur  10-12° unter Null und eisiger Wind. Um 8 Uhr morgens ging es an der Physik los, gegen 2 waren wir dann völlig durchgefroren wieder da. Mit im Gepäck: Jede Menge Messwerte, die man unter hohem körperlichen Einsatz erlangte und zu denen man ein völlig anderes Verhältnis entwickelte, als zu solchen, die im warmen Labor vom Computer aufgezeichnet wurden. Trotz allem war das eigentlich mein Lieblingsversuch, was nicht nur am Grillen in der Mittagspause lag 😉

1.485 Kommentare » | Physik studieren, Studieren in Göttingen

Praktikum in der medizinischen Physik

28. Oktober 2010 - 19:07 Uhr

Ich habe die letzte Woche lang ein Praktikum in der medizinischen Physik auf der Strahlentherapie des Uniklinikums hier in Göttingen absolviert. Warum? Nun ja, ich hatte mal überlegt irgendetwas mit Medizintechnik zu machen, viel mehr als ein Gedanke war das bisher aber nicht. Deshalb wollte ich mir das Ganze mal LIVE ansehen, um in etwa abschätzen zu können, ob das etwas für mich ist. Zuerst fragen sich die meisten ja: Was macht ein Physiker im Krankenhaus?! Das weiß ich jetzt:

Als erstes bekommt der Patient auf der Strahlentherapie ein CT. Auf diesem Datensatz markieren dann die behandelnden Ärzte die sogenannten Zielvolumina für die Physiker, also die Bereiche in denen der zu bestrahlende Tumor sitzt. Jetzt macht sich der med. Physiker (MP) an die Arbeit, aus den CT-Daten ein 3D-Modell des Patienten und der zu bestrahlenden Strukturen zu berechnen und das Bestrahlungsgerät entsprechend zu kalibrieren. Da müssen Blenden für die grobe Begrenzung des Strahlungsfeldes gefahren werden. Das sogenannte MLC, ein System aus kleinen Lamellen, die ebenfalls als Blenden dienen, erlaubt eine noch feinere Abstimmung des Feldes. Hier gibt es natürlich allerhand gängige Methoden, auf die ich nicht alle eingehen kann, nachzulesen sind sie aber hier. Sind alle Einstellungen gemacht, wird auf Basis gewisser Beschleuigerdaten und dem CT-Datensatz eine Dosisverteilung berechnet, um auszuschließen, dass Risikoorgane wie beispielsweise die Lunge nicht zu viel Dosis abbekommen. Ist der Arzt einverstanden, muss der erstellte Bestrahlungsplan evtl. noch einmal mit einem Phantom (eine Messkammer, die die reale Dosisverteilung in der Ebene misst) verifiziert werden und anschließend kann der Plan zur Bestrahlung freigegeben werden (durch einen Physiker).

Im Rahmen der klinischen Routine besteht die Aufgabe des MP also in der Bestrahlungsplanung und der Verifikation der Bestrahlungspläne. Hinzu kommt die Betreuung der Gerätschaften: Fällt einmal eine Anlage aus, so ist der Physiker gefragt, diese schnellstmöglich und evtl. mit Telefonsupport des Herstellers wieder zum Laufen zu bringen. Da ist analytisches Denken gefragt! Außerdem gibt es Qualitätskontrollen, die in verschiedenen Abständen durchzuführen sind: Schließlich muss sichergestellt sein, dass ein Teilchenbeschleuniger, der auf Menschen gerichtet wird, jeden Tag so funktioniert, wie der Computer und der planende Physiker sich das vorstellen.

Gearbeitet wird im Schichtdienst und je nach Auslastung hat jeder MP auch noch eigene Projekte, die er an den Beschleuigeranlagen durchführt. Dabei kann es sich z.B. um Softwareentwicklung oder die Einführung neuer Messtechniken handeln.

15 Kommentare » | Allgemein, Physik studieren, Studieren in Göttingen

Meine EMail an die NASA

4. April 2010 - 09:48 Uhr

Wie so viele andere haben auch wir unser Projektpraktikum ein wenig vorgezogen und sind jetzt schon fleißig dabei. Unser Thema ist Lucky Imaging, eine Aufnahmetechnik in der Astrophysik, bei der man grob gesagt ganz ganz viele Aufnahmen vom selben Objekt macht und nur die allerbesten Schnappschüsse nachher zu einem Bild zusammenrechnet. So kann man die störenden Effekte der Atmosphäre weitestgehend minimieren und von der Erde aus sogar Bildqualitäten wie vom Hubble erreichen (natürlich nicht in Göttingen..). Wir sind eine sechs Leute starke Gruppe, die sich in zwei Dreiergruppen aufteilt und Lucky Imaging von zwei verschiedenen Seiten beleuchtet um am Schluss wieder zusammen zu kommen:

  • Gruppe A kümmert sich darum, wie man überhaupt Sterne beobachtet, wir haben sowas ja noch nie gemacht. Dabei wird eine etwas bessere Webcam benutzt und die gewonnenen Daten werden anschließend mit »Software vom Band« ausgewertet.
  • Gruppe B kümmert sich darum, eine bessere Kamera unter Linux zum laufen zu bekommen, um anschließend die volle Freiheit in der Bedienung dieser zu haben. Ziel ist es, schon während der Aufnahme der Bilder entscheiden zu können, ob die Bedingungen gerade gut oder schlecht sind, das Bild also gespeichert werden kann oder weggeworfen wird.

Sobald alle soweit sind, kommen beide Gruppen dann zusammen. Die eine hat Sterne-Beobachter-Expertise, die andere ist für die Datennahme zuständig und wir machen als Gruppe dann hoffendlich ein paar schöne Bilderchen. Erstes Ziel ist es, einen Doppelstern auflösen zu können.

Ich bin in der Gruppe B und da alle mitsamt Quellcode vorhandene Software für Linux entweder nicht richtig funktionierte oder gleich eine komplizierte graphische Oberfläche hatte, mit der man interagieren musste, haben wir uns für den harten Weg entschieden: Wir machen etwas selbst!

Da standen wir nun also und mussten eine Software kreieren, die Bilder von der Kamera holen, anzeigen, speichern, bearbeiten und evtl. auch öffnen kann. Praktisch für die Justierung des Teleskops wäre auch ein Livebild. Ok das ist ein ziemlicher Berg…wo fangen wir an?? Zum Glück gab es vom Kamerahersteller Bibliotheken, die die Kameraansteuerung wesentlich erleichterten. Entsprechend gab es Biliotheken von der NASA (cfitsio mit Namen), die das speichern und öffnen im gewünschten Dateiformat übernahmen. Aber wie das alles immer so ist, funktioniert erst einmal gar nichts und wir haben ganze drei Tage mit der NASA Biliothek gekämpft, bis endlich alles so lief, wie wir es uns vorstellten. Um eines klar zu stellen: An der NASA lag es natürlich nicht, wir haben bei der Installation ein bisschen was vergurkt. Da wir zwischendurch aber wirklich nicht mehr weiter wussten und es auch keine Foren gab, in denen ähnliche Probleme beschrieben wurden haben wir eine Email an den Software-Pfleger bei der NASA geschreiben. Antwort kam wie immer schnell (Physiker!), ein ganz netter Mensch war das, aber geholfen hat es eher nicht.

Naja, nach Tag 5 sind wir mittlerweile auf dem Stand, dass wir öffnen, speichern, aufnehmen und anzeigen können. Außerdem haben wir einen gnuplot-ähnlichen Interpreter gebaut, der aber noch ziemlich blöd ist, nur richtige Eingaben versteht und natürlich weder eine Auto-Vervollständigung noch andere Späße hat. An ein paar Dingen der Anzeige für die Live-Bilder müssen wir noch etwas schrauben, aber das grundlegende funktioniert. Nun kommt die Bildbearbeitung und mit ihr erst einmal ein Haufen Bücher, denn auch davon haben wir noch nicht allzu viel Ahnung.

2 Kommentare » | Physik studieren, Studieren in Göttingen

Faradayeffekt

24. März 2010 - 14:37 Uhr

Inzwischen bin ich mit dem unten angesprochenen Roman durch und kann es jedem, der sich gerne mit Naturwissenschaftsgeschichte beschäftigt, nur wärmstens empfehlen! Auch eine Lösung für mein Problem habe ich gefunden: Der Faraday’sche Effekt

Man schickt linear polarisiertes Licht durch ein Glas und hinterher durch einen 90° verdrehten Polarisator, sodass auf einem dahinterstehenden Schirm nichts mehr ankommt. Dann durchsetzt man das Glas mit einem zur Ausbreitungsrichtung parallelen Magnetfeld (z.B. durch eine Spule, die um das Glas gewickelt ist) und sollte so die Polarisationsrichtung drehen können und einen hellen Fleck am Schirm beobachten.

Das Experiment ist noch recht einfach und zeigt, dass Licht und Magnetismus irgendwie zusammenhängen, obwohl mir eine wackelnde Kompassnadel in einem mit Laserlicht gefütterten Resonator noch lieber wäre..

Soweit die Thoerie, nun fehlt nur noch die Durchführung. Sobald ich zurück in Göttingen bin, werde ich mich darum kümmern und versuchen, es mit eigenen Augen zu sehen. Ich werde davon berichten!

4 Kommentare » | Allgemein, Physik studieren, Studieren in Göttingen

Offene Fragen nach 3 Semestern

21. März 2010 - 14:30 Uhr

Ja, soetwas gibt es. Nach drei Semestern Studium der Physik, was vor allem ein Studium am Schreibtisch und in Vorlesungssälen ist, bleibt so einiges seltsam. Man hat evtl. die Theorie verstanden, hinterfragt sie aber auch nach 100 oder mehr Jahren kritisch. Häufig, so geht es mir, liegt das an fehlenden Experimenten in den Vorlesungen, da die Experimentalphysiker kaum mit ihrem Programm durchkommen und zu viel an der Tafel stehen. Ich würde mir daher eine Experimentalvorlesung wünschen, die wie eine große Show mit spannenden und dampfenden Experimenten ist! Dozenten mit Entertainerqualitäten!

Mit einer dieser offenen Fragen versuche ich hier aufzuräumen:

Im 3. Semester hört man bekanntlich eine Vorlesung über Optik. Man beschäftigt sich Brechung, Reflexion, Transmission, Beugung von Licht und noch sehr viel mehr. Aber eine Frage wurde meines Wissens nach nicht behandelt: Was ist das eigentlich, womit wir da hantieren? Was ist Licht?

Geschichtlich sieht die Sache mit dem Licht in etwa so aus: Am Anfang war Newton. Newton war der Meinung, Licht sei in irgendeiner Art ein Teilchen. Er entwickelt das, was heute Korpuskeltheorie heißt und konnte so z.B. die Reflexion von Licht und auch dessen gradlinige Ausbreitung erklären. Alles schön und gut. Irgendwann kam dann Huygens, der fest entschlossen gegen die Newtonsche Theorie war. Das Totschlag-Argument der Huygens-Anhänger war die Tatsache, dass man mit Licht, analog zu Wellen auf Wasseroberflächen Interferenzbilder erzeugen konnte. Das  Newtonsche Lager geriet in Erklärungsnot und Licht war von nun an entweder Welle oder Teilchen, je nachdem wen man fragte. Maxwell setzte noch einen oben drauf und behauptete sogar, Licht sei elektromagnetische Welle.

An die Welleneigenschaften des Lichtes glaube ich, eben aufgrund der Interferenzbilder. Aber wie steht es mit der Verbindung zur Elektrodynamik? Warum soll das Licht eine elektromagnetische Welle sein? Man kann eine Theorie dazu machen, soweit habe ich damit keine Probleme. Aber bisher habe ich kein Experiment gesehen, welches mich von dieser Tatsache überzeugt hat. Und schließlich zählen nur die Fakten, der Natur ist es egal, wie viele oder welche Theorien wir zu ihr haben. Ohne experimentelle Überprüfbarkeit ist eine Theorie nutzlos!

Nun bekommt dieser Artikel, analog zum Licht, eine zweite Seite. Hinzu kommt eine Buchempfehlung:

Zur Zeit lese ich ein sehr interessantes Buch, das sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Ralf Bönt hat einen  Roman über die »Die Entdeckung des Lichts« geschrieben, der sich den Hauptfiguren Faraday und Einstein sowie deren Leben, Ideen und Experimenten zum Licht annimmt, den ich nur empfehlen kann. Ein großartiges Buch! Darin lässt er Faraday von einem Experiment berichten, bei dem »Licht eine Eisennadel magnetisiert«(S. 98).  Das würde mich doch überzeugen! Es ist ein einfaches Experiment und weist die elektromagnetischen Eigenschaften des Lichts explizit und ohne Umwege nach. Allerdings kann ich schlecht einschätzen, in wie weit das Ganze Fiktion oder Wirklichkeit ist. Hat einer der werten Leser ein solches Experiment mit eigenen Augen gesehen oder weiß von einem, welches mich überzeugen könnte? Ich würde dankbar dafür sein! [1]

[1] Bitte nur ernst gemeinte Zuschriften inklusive frankiertem Rückumschlag.
Am meisten würde ich mich über ein einfaches Experiment ohne Quantenmechanik
o.ä. freuen - so einfach wie nötig, aber nicht einfacher!

2 Kommentare » | Physik studieren, Studieren in Göttingen

Ferien oder CCC 2010?

21. März 2010 - 13:37 Uhr

Das A-Praktikum ist so gut wie vorbei, die Ferien auch! Zur Beruhigung: Auch nach dem 3. Semester hat man zwei oder drei Wochen Urlaub, je nachdem wie sehr man sich so engagiert. Bei mir lief es letztendlich auf zwei Wochen hinaus. »Selber Schuld!« kann man da natürlich sagen, aber meiner Meinung nach hat sich die eine Woche Freiwilligenarbeit echt gelohnt:

Im Rahmen des CCC habe ich wie auch schon letztes Jahr mitgeholfen, den Erstsemestern computermäßig auf die Sprünge zu helfen. Dort habe ich auch meinen ersten Vortrag vor großem Publikum gehalten! Für gut zwei Stunden gehörte die Bühne mir und ich habe eine Einführung in gnuplot gegeben – ohne geht es im Grundpraktikum einfach nicht! Nachmittags waren die ganze Woche Übungen zu wichtigen Themen, wie LaTeX oder Inkscape. Am Freitag sollte dann jeder Teilnehmer in der Lage sein, Versuchs-Protokolle am Computer zu schreiben und die notwendigen Skizzen selbst anzufertigen. Einen guten Überblick über alle Themen gibt das Skript zur Veranstaltung.

Die Veranstaltung lief unter dem Motto von Studenten für Studenten und alle HiWis und Vortragenden waren freiwillig und unendgeltlich daran beteiligt. Wieder könnte man meinen »Solange es kein Geld gibt, lohnt sich das nicht!«, aber weit gefehlt, denn nicht jede Leistung wird mit Geld bezahlt: Der CCC entlohnt seine Helferlein mit Wissen und das ist bekanntlich viel kostbarer und wertvoller als jeglicher Geldbetrag! Man lernt Übungen zu betreuen und zu entwerfen, man lernt Vorträge so vorzubereiten, dass sie ohne Vorwissen verständlich sind und man lernt diese Vorträge vor Publikum zu halten, ohne dabei im Boden zu Versinken oder ins Stottern zu geraten. Soft Skills in Hülle und Fülle bekommt man hier für seine Arbeit! Und das Beste: Alles geschieht in einer sehr angenehmen Atmosphäre ohne starken Leisungsdruck. Hier hilft man anderen und tut gleichzeitig etwas für sich selbst, denn nur wer einen Sachverhalt oder ein Programm ohne zu Stocken anderen erklären kann, hat es selbst verstanden.

Der CCC lebt vom Engagement Einzelner, wer also dieses Jahr im ersten Semester dabei war und nächstes Jahr Lust hat, das Ganze von der anderen Seite aus zu sehen, ist herzlichst eingeladen! Lohnen tut es sich auf jeden Fall.

4 Kommentare » | Dies und Das, Physik studieren, Studieren in Göttingen

Die Sache mit der Mathe

16. Dezember 2009 - 23:11 Uhr

Das Update “Diff 3” bleibt bis zum Ende problematisch. Trotz der Tatsache, dass formal alle Abhängigkeiten und Installationsbedingungen erfüllt waren, gab und gibt es viele Fehlermeldungen und Punktabzüge. Einige Aufgaben konnten sogar gar nicht ausgeführt werden. Was ist da bloß los?! Zunächst möchte ich einmal näher auf den doch sehr umständlichen Aufbau des Updates eingehen, um später genauer die Probleme zu erläutern:

Es gibt 12 bis 13 jeweils einzeln und in der richtigen Reihenfolge einzuspielende Patches. Jeder Patch unterteilt sich noch einmal in 5 größere Aufgaben oder Parteien, wie der Fachmann sagt. Begleitend zur Veröffentlichung der einzelnen Patches gibt es ein HowTo, welches einem bei der komplexen Installation helfen soll. Leider sind die Beiträge im HowTo teilweise sehr verklausuliert dargestellt oder gar ganz ab vom praktischen Nutzen bei der Installation der Patches. Dann hilft nur Internet- oder Bibliotheksrecherche (für den Fall, dass ein Netzanschluss nicht vorhanden ist). Beim Einspielen eines Patches ist meist nicht sonderlich auf die Reihenfolge der einzelnen Aufgaben (wir erinnern uns: Parteien im Fachjargon) zu achten. Einige Parteien haben es jedoch sehr in sich. Hier ein aktuelles Beispiel:

Nach einiger Arbeit gibt es die folgende Nutzerabfrage:

Was sind die Fouriertransformation und das Fouriersche Integraltheorem
für die topologische Gruppe (R+, *) ?

An anderer Stelle öffnet sich ein Textfenster in das man die Fouriertransformierte der n-ten Hermiteschen Funktion eintragen soll. Solange dies nicht geschieht geht es auch nicht weiter…

Da steht der normale Nutzer dann doch eher doof an der Wand. Leider kommt jede Woche ein neuer Patch heraus, der möglichst schnell installiert werden sollte, um das Gesamtupdate nicht unnötig zu verlängern und kein Sicherheitsrisiko einzugehen. Hinzu kommt auch, dass mindestens 50% der Parteien erfolgreich installiert werden müssen um einen Abschluss des Updates zu ermöglichen. Die Probleme mit diesem Paket sind offensichtlich und es scheint einiges an Opitmierungsbedarf zu geben. Besonders die Benuzterfreundlichkeit sollte verbessert werden, indem z.B. das Einspielen des aktuellen Patches vereinfacht wird.

Kommentare deaktiviert für Die Sache mit der Mathe | Studieren in Göttingen

Zurück aus der Sommerpause!

22. September 2009 - 19:51 Uhr

Nach einem Monat voll Freizeit melde ich mich zurück aus der »Stadt, die Wissen schafft«! Schöne Umschreibung eigentlich, leider nicht von mir… Wer findet diesen Spruch als Erster an einer öffentlichen Einrichtung?!  Das Rennen ist eröffnet!

Seit Montag ist auch das »Hinterherrennen« eröffnet, ein lustiges Gesellschaftsspiel aus dem Regal Grundpraktikum. Die Kurzbeschreibung auf der Rückseite lautet:

Du und dein Team haben zwei Wochen nichts zu tun und Langeweile? Da haben wir etwas für euch! Es nennt sich Praktikum und ihr dürft eigenverantwortlich interessante physikalische Versuche durchführen — ist das nichts? Die Regeln sind ganz einfach:

  • Es gibt 10 Versuche und ihr habt exakt zwei Wochen Zeit (Empfehlung der Redaktion: 1 Versuch/Werktag). Nun teilt ihr euch bitte selbstständig in Zweiergruppen ein, in denen jeder einzelne Versuch bearbeitet wird.
  • Nach Ende der Versuchsdurchführung (Empfehlung der Redaktion: Werktags von 14-17 Uhr) fahrt ihr nach Hause und klemmt euch hinter euer Denkbrett oder eure Schreibmaschine (falls vorhanden). Nun geht es um eine Protokollierung des Erlebten, typischerweise verfährt man folgendermaßen: Eine Einleitung erklärt die Signifikanz des durchgeführten Versuchs. Es schließt sich ein humorvoll und dennoch wissenschaftlich korrekt geschriebener Theorieteil an, der die benötigten physikalischen Phänomene, Modelle und Grundlagen vermittelt. Eine Durchführung erzählt den Ablauf des Versuchs. Anschließend werden im Rahmen einer Auswertung die aufgenommenen Daten analysiert und aufbereitet. Den Abschluss macht eine Einordnung, die die Ergebnisse kritisch hinterfragt und den Versuch als ganzen bewertet. Übrigens habt ihr, je nach Regelwerk, zwischen zwei und vier Wochen Zeit, um das Protokoll der Jury vorzulegen. Diese zeigt dann entweder den Daumen nach oben oder gibt das »Opus« mit einem Daumenzeig gen Fußboden zur Überarbeitung zurück.
  • Nach diesen zwei Wochen kauft ihr nach halbjähriger Pause bitte die Fortsetzung, erhältlich unter dem Namen Grundpraktikum – Teil C: Versuch 21-30

Ja, wir sind im Blockpraktikum und jeden Tag macht man sich den am Abend zuvor erarbeiteten Vorsprung durch die Datensammlungen des nächsten Versuchs zunichte. Nichts desto trotz macht die Arbeit an der experimentalphysikalischen Front großen Spaß. Es geht im Wesentlichen um Elektrodynamik, sprich Zerren an großen, klemmenden Schiebewiderständen, der Geruch von warm werdener Elektronik in der Luft und Diskussionen mit Ampère, Volta und Kollegen.

Sobald etwas spannendes passiert, melden wir uns sofort! Bis dahin:
Einen schönen Abend und eine geruhsame Nacht.

1 Kommentar » | Physik studieren, Studieren in Göttingen

« Ältere Einträge     

Zur Werkzeugleiste springen