Archiv für Mai 2009


Zauberhaft!

28. Mai 2009 - 20:58 Uhr

Am Montag war die Premiere für “Zauberhafte Physik – von schwebenden Schiffen und rauchenden Ringen”. Dabei handelt es sich um eine Initiative von Studierenden der Physik, die sich zum Ziel gesetzt hat den Spaß an der Physik ans Volk zu bringen. Und das Ergebniss schien mir ein voller Erfolg zu sein! Jedenfalls war der größte Hörsaal der physikalischen Fakulät von unten bis oben von Personen total verschiedenen Alters besetzt. Es wurde sogar schon auf Treppen gesessen und hinten gestanden!

Das ganze war ein wenig aufgemacht wie eine Fernsehshow: Ein Moderatorenpaar führte mit flotten Sprüchen durch den Parcours aus spannenden Versuchen, die jeweils kurz erklärt und hinterher reichlich beklatscht wurden. Dort wurden CDs und Glühbirnen in Mikrowellen gesteckt, das Kernreaktionsexperiment aus der Sendung mit der Maus nachgebaut, riesiege Nebelkanonen abgefeuert und allerhand mit flüssigem Stickstoff und Luftballons rumgespielt. Natürlich durfte auch die supraleitende Magnetschwebebahn und Spielchen mit einer Wärmebildkamera nicht fehlen! Im Anschluss daran kam auch schon das erste Highlight – wie ich es mal nennen möchte – der Feuertornado:

Durchaus ein beeindruckendes Schauspiel, ebenso die Lasergitarre, welche man sich ähnlich wie eine Laserharfe vorzustellen hat. Aber auch das Flammenrohr, eine wirklich coole Art der Schwingungsanalyse, wollen wir nicht unerwähnt lassen:


Man gibt einfach ein Signal auf das Rohr und die einzelnen Flammen reagieren dann auf in der Röhre stehende Welle. Das gespielte Waldhornkonzert wurde dabei in gänzlich neues Licht gerückt! Am Ende der gut einstündigen Show kamen dann noch einmal zwei Knaller: der Plasmaspeaker und das nicht-newtonsche Fluid. Eine wirklich abgerundete spannende Show, die man nicht hätte verpassen dürfen! Im Rahmen der Initiative “Stadt der jungen Forscher” soll sie noch einmal wiederholt werden. Damit gebe ich zurück ins Funkhaus. Bittesehr!

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Zweite Praxiserfahrung

14. Mai 2009 - 23:50 Uhr

So heute war, wie jede Woche Donnerstag, Praktikum für mich und meine Gruppe. Wir durften an einem altehrwürdigen Gerät die Dielektrizitätskonstante $\epsilon_0$(bitte im Kopf nachkompilieren..) bestimmen. Das funktioniert im Wesentlichen über ein Kräftegleichgewicht von elektrischer Kraft zwischen zwei Kondensatorplatten am rechten und Schwerkraft am linken Waagenarm (siehe Bild unten). Da wir die Geometrie der Platten und die angelegte Spannung kennen, bleibt die Dielektrizitätskonstante als letzte Unbekannte. Da die Waage ziemlich sensibel ist, muss man sie vorher so etwa eine halbe bis ganze Stunde justieren, je nachdem wie oft man blöd irgendwo gegen kommt und wieder von vorn anfangen kann…
Naja, von dem ganzen Unterfangen habe ich auch mal ein paar Fotos gemacht, die ich euch nun hier, wenn man so will, vorführen möchte. Bitte sehr:

Spannung aufgedreht und losgemessen! Praktikum macht Spaß!

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Auf Gaußens Spuren Nr.1

10. Mai 2009 - 19:38 Uhr

Am Samstag war mal wieder SMoPhy und ich hab es endlich mal früh genug aus dem Bett geschafft, um dort zu erscheinen. Das war gut so, denn Prof. Tilgner hat einen super Vortrag über das Erdmagnetfeld gehalten. Dabei ging es im Wesentlichen um den Ursprung dieses Feldes und die geophysikalischen Methoden mit denen man “in die Erde gucken kann” um dieses Feld und seine Entstehungsregionen zu erforschen. Ich fand es super spannend!
Sobald man aber in Göttingen allgemein über Physik bzw. Mathematik oder ganz speziell über Magnetismus spricht, kommt man natürlich auch an Gauß nicht vorbei. Ebenso am Samstag morgen. Neben allerhand Fakten über die Geschichte des Erdmagnetfeldes, mögliche Polumkehrungen und dergleichen erfuhr man auch eine Menge über DEN Göttinger Lokalhelden Carl Friedrich Gauß und den magnetischen Verein. Praktisch, dass ich vor kurzem die doch recht neue Gauß-Biografie von Hubert Mania gelesen hatte (sehr empfehlenswert!!). So wurde ich an diverse Vorhaben erinnert, über die ich u.a. auch hier berichten wollte.

Zum Beispiel hat sich C.F. Gauß als Leiter der Göttinger Sternwarte den Bau eines Magnetisches Observatoriums, nachdem er früher durch seinen Freund Wilhelm Eduard Weber[1] überhaupt erst für den Magnetismus und, wie es damals hieß, Galvanismus begeistert wurde. Das Observatorium hat man sich als Hütte auf dem Gelände der Sternwarte völlig ohne eiserne Bestandteile, die magnetische Versuche beeinflussen würden, vorzustellen und es gibt sie noch immer. Das habe ich aber auch erst am Samstag erfahren, ebenso wie den genauen Standort, der mittlerweile (ganz) oben beim ehemahligen geophysikalischen Institut liegt. Das war also heute, nach erfolgreichem DiffII-Zettelrechnen auf den (S)chillerwiesen, mein prädestiniertes Ausflugsziel. Leider konnte ich das Gauß-Haus nur von außen sehen, aber der ganze Weg den Berg hoch hat sich glaub ich trotzdem gelohnt!

Das nächste mal gehts zum Gauß-Turm! Dann auch mit Kamera.

bis dahin!

[1] Übrigens seineszeichens Physiker --> Gauß-Weber-Telegraph ist hier sicherlich das Stichwort

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Erste Praxiserfahrungen

2. Mai 2009 - 23:01 Uhr

So drei Wochen zweites Semseter sind fast um und auch schon zwei Praktikumstermine…und dabei wären wir auch schon beim Thema!
In der ersten Woche haben wir den Adiabatenexponenten Kappa – also das Verhältnis der spezifischen Wärmekapazitäten – bestimmt. Dieser regelt bei Prozessen, in denen ein Gas keine Wärmeenergie mit der Umgebung austauscht – bei rasanter Expansion zB – gewissermaßen die Volumenänderungen, da dabei gilt, dass Druck * Volumen ^ Kappa Erhaltungsgröße ist. Das lief auch eigentlich ganz gut – eigentlich:
Wir sollten drei Gase durchmessen. Bei Druckluft hat alles wunderbar funktioniert, wir kamen ziemlich aufm Literaturwert bzw. dem theoretischen raus. Ebenso bei Argon. Doch dann kam Kohlendioxid…und alles explodierte! Nein nicht das Experiment, sondern vielmehr die Daten. Wir landeten völlig im Nirwana. Die im Nachhinein errechneten Freiheitsgrade waren sogar kleiner 0. Das Gas war völlig fremdbestimmt;)

Nunja und letzten Donnerstag kam dann der Dampfdruck von Wasser. Die eigentliche Datenaufnahme war ganz nett, wir schalteten die Heizplatte ein und notierten immer Druck und Temperatur. Soweit war alles in Ordnung…doch dann kam eine erste “Mini-Auswertung” – nur um mal zu sehen wo wir so gelandet waren und nunja, wie drückt man es am Besten aus, die Ergebnisse waren eher so mittelgeil…Gestern haben wir dann die Endauswertung gemacht und heraus kam, dass Wasser in Göttinger Praktikumsräumen anscheinend bei Temperaturen so um die 45-65°C siedet. Da haben selbst die tiefsten Griffe in die Statistikkiste nicht mehr geholfen…

Fazit: 2 Versuche, 2 mal voll danebengegriffen – ich mach Theorie!

Jetzt geh ich erstmal duschen. Mit kochendem Wasser!

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