CCC – Computer Crash Course

In der letzen Woche hat die Fachschaft der Physik den jährlichen Computer Crash Course veranstalltet, der uns auf das im 2. Semester anstehende A-Praktikum (A wie Anfänger…) vorbereitet. Im Praktikum stehen wir dann zum ersten Mal selber vor den Experimenten (Versuchsvideos), müssen zu den gegebenen Terminen in Zweierteams alle nötigen Daten sammeln und dann ein ausführliches Versuchsprotokoll anfertigen.
Das will gelernt sein und die die Basics dafür werden im CCC auf eine nette Art und Weise getreu dem Motto „von Studenten für Studenten“ vermittelt. Deshalb nun:

CCC in 2 Minuten

Natürlich will man, dass das Praktikumsprotokolle schön aussehen, doch das ist nicht immer ganz so einfach. Möchte man sein erstes Protokoll mit dem PC anfertigen, treten eine Reihe von Problemen auf:

  • Wie kann ich mathematischen Text vernünftig setzten??
  • Wie zu Hölle soll ich diese Messwerte hier auf Papier bekommen ?? Und dann auch noch mit Fehlerbalken…
  • Wie male ich einigermaßen passable Skizzen ohne Grafiktablett o.ä.??

und und und….

Zum mathematischen Text:

Erst einmal hat man nicht die Zeit den ganzen Kram wie der alte Newton mit Gänsefeder und Papier zu erledigen (wir sollten nicht vergessen, dass Physikstudenten häufig eine unmögliche Handschrift nachgesagt wird…). Zum andern weiß der in Standard-Textverarbeitungsprogrammen geübte Leser, dass man mit diesen eher mäßig gut mathematische Formeln setzen kann. Aber gerade als Physiker kommt man wohl nicht um das ein oder andere griechische Zeichen oder Integral  herum. Jedesmal Integral von…bis…über die Funktion …. nach d… zu schreiben ist definitiv auch keine Lösung!
Hmm…..was macht man da??

Die Antwort heißt LaTeX*! Ein professionelles Textsatzprogramm, dass einen zu Beginn eher stuzig macht, denn um ein Dokument zu schreiben muss man zwei sehr seltsame Dinge tun:
1) Quelltext mit einem beliebigen Text-Editor schreiben
2) LaTeX versteht im besten Fall was ich ihm sage und macht mir daraus eine pdf-Datei

Ein Bespiel:
So sieht der LaTeX-Code aus:

Und das ist was pdflatex daraus macht: tex-test

Nun gut. Jetzt können wir also (nach ein wenig Einarbeitung) sehr schöne Dokumente mit mathematischen Formeln schreiben. Im Praktikum werden wir aber vor allem viele Daten sammeln, die wir auswerten und auch im Protokoll darstellen müssen…

Datenauswertung:

Um einfach seine Messdaten gegeneinander aufzutragen gibt es Gnuplot (-> Einführung). Das ist ein sehr umfangreiches und gutes Plot-Progrämmchen, das einem z.B ein Bild nahezu jeglichen Formats liefert. Gnuplot kann aber noch viel mehr als nur Bilder ausgeben (wie zB Funktionsfits durchführen), doch da möchte ich hier nicht näher drauf eingehen. Sonst kommt nachher niemand mehr zum CCC 2010 …
Wir können jetzt also unsere Messdaten visualisieren und uns so viel schneller ein Bild von ihnen machen, sie einordnen, evtl. Fehler finden usw. Vor allem müssen wir nun aber nicht mehr alles von Hand auf Millimeterpapier zeichnen und einscannen. Wunderbar!

Skizzen:

Auch hier gibt es natürlich wieder die Option „Handgemacht und eingescannt“, aber ich weiß nich…wenn wir uns schon mit diesem ganzen Computerkram beschäftigen, dann doch bitteschön auch gleich richtig ! Das Mittel der Wahl heißt darum Inkscape. Damit kann man wunderbar Kreise, Quadrate, Linien und alles das, was man sonst noch so für seine Skizzen braucht, malen. Kreise werden rund, Linien gerade und man ist glücklich. Nachher kann man alles als pdf exportieren (das ist wichtig, damit wir das Bild dann in LaTeX verwenden können!). Natürlich ist auch hier ein wenig Einarbeitungszeit von Nöten, doch zum Glück gibt es den CCC in dem man nicht nur erklärt bekommt, wie alles funktioniert, sondern auch selbst ausprobieren und jede Menge Fragen stellen kann. Wie bei Gnuplot soll das hier auch eher als Denkanstoß zu eigenem Erforschen von Inkscape fungieren.

Nun kann ich noch berichten, dass ich während des CCC meine ersten HiWi-Erfahrungen gemacht habe und diese durchaus positiv ausgefallen sind! Während der Übungen saß ich nicht wie üblich am PC und habe die gestellten Aufgaben bearbeitet, sondern ich schlenderte durch die Reihen und habe den Leuten bei Problemen rund um LaTeX, Gnuplot, usw. geholfen, Unklarheiten beseitigt oder fehlende Klammern in LaTeX-Dokumenten gesucht. Dabei habe ich eine Menge gelernt (ich möchte fast meinen mehr, als wenn ich ganz regulär den Kurs besucht hätte…) und hatte Spaß an der Sache. Ich kann nur jedem den CCC empfehlen! Es ist großartig wie viele Leute da absolut freiwillig und für gar kein Geld den Erstsemestern auf die Sprünge helfen!

*Wenn ich LaTeX schreibe meine ich das im Moment gebräuchliche pdflatex!

Kategorie: Physik studieren, Studieren in Göttingen 4 Kommentare »

4 Reaktionen zu “CCC – Computer Crash Course”

  1. Markus Osterhoff

    Dem Erschrockenen sei noch gesagt, dass es sich bei „unserem“ LaTeX nicht um die bekannten Kautschuk-Lümmeltüten handelt, und das „iks“ hinten ein griechisches „chi“ sei und sich das ganze Wort daher wie „latech“ anhört 🙂

    Als „beliebigen Text-Editor“ kann ich Dir und allen übrigens vor allem den vim, den vi improved, empfehlen.

  2. Julius

    Ja der vi…nettes dingen, aber irgendwie nicht mein Fall, da ich des öfteren mal einen Doktor aufsuchen muss, wenn ich Text editiere 😉

    Ich glaub erste Felderfahrung macht man auch besser mit was buntem zum Klicken…

  3. Georg

    Jemand sollte den Verwantwortlichen dieses Computer-Kurses verraten, dass das Kürzel CCC in der Welt der Informatiker mit dem Chaos Computer Club bereits definitiv vergeben ist…

  4. mo

    In der Welt der Physiker aber nicht :þ

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